Gutachten soll eingeholt werden

Prozess wegen sexueller Misshandlung vertagt

Eschwege. Wegen sexuellen Missbrauchs an seiner minderjährigen Nichte in mindestens 13 Fällen ist ein 30-jähriger Hartz-IV-Empfänger aus einem Eschweger Stadtteil angeklagt. Der Prozess vor dem Jugendschöffengericht wurde unterbrochen, weil ein aussagepsychiatrisches Gutachten eingeholt werden soll.

Als die mutmaßlich Geschädigte zwischen fünf und neun Jahre alt war, soll N. sexuelle Handlungen bis hin zum Geschlechtsverkehr an dem ihm wegen Abwesenheit der Mutter anvertrauten Mädchen vorgenommen haben. Dies hat er jetzt vor Gericht abgestritten, lediglich „Kitzeln“ und „Berühren“ des Kindes im angezogenen Zustand eingeräumt. „Ich hab’ se angefasst, aber nicht mehr“, sagte N.

Während er eine Schule für Lernhilfe besucht hat, war ihm schon einmal „so was wie heute“ zur Last gelegt worden, „aber ich war unschuldig“, beteuerte N.. Daraufhin sei er sechseinhalb Jahre in der Kinder- und Jugendpsychiatrie gewesen, was aber laut einem Arztbrief nur sechs Wochen gewesen sein sollen. Dem musste nicht weiter nachgegangen werden, weil der Staatsanwalt den Angeklagten eindringlich ermahnte, ein Geständnis abzulegen, um dem heute 14-jährigen Kind die Aussage zu ersparen und sich selbst eine Haftstrafe.

Nach Rücksprache mit seinem Pflichtverteidiger Bernd Steinbach sollte ein Teilgeständnis abgelegt werden, wozu es aber nicht kam. Denn das Mädchen, das ursprünglich den Gerichtssaal nicht betreten wollte, hat in einer Beratung des Gerichts mit ihrer für sie als Nebenklägerin auftretenden Anwältin Annette Bommhardt plötzlich kundgetan, doch als Zeugin vernommen werden zu wollen. Sie könne nicht verstehen, dass hier was mit Bewährung rauskomme, so die Begründung. Die Verfassung des Kindes aber ließ dies nicht zu. Es geht mit der Verhandlung weiter nach Einholung des genannten Gutachtens.

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