22. Puppenfesttage in Eschwege begeistern großes Publikum

Täuschend echt: Die Puppen, die am Wochenende in Eschwege ausgestellt wurden, sind oftmals erst beim zweiten Blick als solche zu erkennen. Beim ersten wirken sie wie ein echtes Baby. Foto:  Kaiser

Eschwege. Reborn-Babys, Teddybären und alles, was das Herz eines Puppenliebhabers höher schlagen lässt, gab es am Wochenende wieder in Eschwege zu bestaunen. Die 22. Puppenfesttage erfreuten sich auch in diesem Jahr wieder einer großen Resonanz.

Nicht nur aus ganz Deutschland kamen die Aussteller und Sammler, sondern auch aus den Niederlanden, Lichtenstein, Österreich und der Schweiz. Den weitesten Weg haben zehn Spanier auf sich genommen, um den Besuchern erstmals ihre Meisterkunst im Bereich Reborn zu präsentieren.

„Es ist immer eine schöne Situation, alle freuen sich das ganze Jahr auf Eschwege“, erzählte Leokadia Wolfers, die seit vielen Jahren die Eschweger Puppenfesttage organisiert. Rund 120 Puppen- und Bärenkünstler führten den Besuchern am Wochenende ihre Schätze vor. Von Reborn-Puppen bis zu extravaganten Kunstpuppen - für jeden war etwas dabei.

Neben zahlreichen Variationen von Puppen und deren Zubehör stehen bei den Puppenfesttagen auch immer Teddybären im Fokus. Für die flauschigen Stofftiere gab es ebenfalls eine Menge Zubehör und liebevoll gestaltete Möbelstücke zu kaufen. „Wenn der Kopf fertig ist, weiß ich den Namen des Bären“, erzählte Marianne Hagen aus Kiel, während sie gerade an einem neuen Teddybären arbeitete. „Jeder hat eine eigene Geschichte.“ Vor 18 Jahren hatte sie mit dem Gestalten und Nähen der Stofftiere begonnen, heute bietet sie zahlreiche Teddybären in allen Stoffarten und Farben an. Ihr bunter Stand durfte natürlich auch bei den diesjährigen Puppenfesttagen in Eschwege nicht fehlen.

Sowohl in der Jahnturnhalle, als auch in der Turnhalle am Dünzebachertor und der Stadthalle standen den Künstlern große Ausstellungsflächen zur Verfügung. Ein besonderes Highlight gab es in der Stadthalle zu sehen: Im Künstlerraum waren echte Kunstpuppen der Mitglieder des Verbandes für europäische Puppenkunst ausgestellt. Außerdem konnten Puppen aus zwei Jahrhunderten bewundert werden.

„Trotz Krankheit bin ich heute nach Eschwege gekommen“, berichtete Ute Neumann, die sich gemeinsam mit ihrer Freundin Christel Graeger gerade am Stand von Monika Schönfeld hübsche Schmuckstücke für ihre Puppe ansah. „Puppen heilen die Seele“, entgegnete Schönfeld mit einem Lächeln. Da waren sich die drei Frauen einig.

Neben Schnullern, Kinderwagen und Kleidung boten die Puppenfesttage auch für Liebhaber, die ihre Puppen selbst gestalten, ein großes Angebot. Am Stand von Angelika Petersen wurden leidenschaftliche Puppenbauer fündig: Ob Anleitungen für Einsteiger, Rohlinge, Farbe, Haare oder Füllung - zahlreiche Utensilien und Materialien konnten erworben werden. Die passenden, selbst gefertigten Glasaugen hatte Walter Kanis im Angebot.

Am Stand von Jacqueline Kramer entdeckte Silvia Brandlow eine besonders schöne Reborn-Puppe: Odille durfte mitkommen und wurde gleich nach Brandlows Vorstellungen eingekleidet. Rund 25 Puppen hat die Liebhaberin zu Hause. Und wer weiß, vielleicht bekommt die kleine Puppenfamilie von Silvia Brandlow schon bei den nächsten Eschweger Puppenfesttagen neuen Zuwachs.

Von Selina Kaiser

Internationale Aussteller bei Puppenfesttagen

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