Früheres Kiesabbaugelände wird jetzt der Natur zurückgegeben

Quadfahrer stören Vögel am Werratalsee

Eschwege. Eschwege hat ein neues Naturbiotop. Am Nordufer des Werratalsees ist durch das Ende des Kiesabbaus eine Insel entstanden.

Dort wurde der dortige Kirchenteich mit zwei Durchbrüchen mit dem Werratalsee verbunden. Auf der so entstandenen Insel haben sich bereits zahlreiche Brutvögel angesiedelt.

 Das Dilemma: Quadfahrer stören die Tiere erheblich. Friedrich Haselhuhn von der unteren Naturschutzbehörde beim Werra-Meißner-Kreis berichtet von einigen Brutvögel-Sichtungen: Flussregenpfeifer, Großem Brachvogel, Schwarzhalztaucher, Löffelente, Krickente und Knäkente. Auf dem früheren Betriebsgelände seien aber auch vermehrt widerrechtliche Nutzungen festgestellt worden, die sich insbesondere naturschutzrechtlich negativ auswirken, berichtet Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe. „Das Befahren mit Quads stellte insbesondere für die Brut und Aufzucht bestandsbedrohter Vögel eine nicht hinnehmbare Störung dar“, sagt Heppe.

Um dem entgegenzuwirken, sollen Teile des früheren Betriebsgeländes ausschließlich der Natur überlassen werden. Das Gelände wurde mit zwei Durchbrüchen von der übrigen Landfläche abgeschnitten. Die Insel ist jetzt nur schwer zugänglich und von Landfahrzeugen nicht mehr erreichbar. „Damit sollen im Sinne des Naturschutzes langfristig wertvolle und dem Biotopschutz unterliegende Lebensräume für eine Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten geschaffen und somit die Biodiversität der Landschaft erhalten beziehungsweise ausgebaut werden“, heißt es dazu in einer Mitteilung der Stadt Eschwege. Initiator ist die Untere Naturschutzbehörde des Kreises.

Mit Informationstafeln soll auf die besondere Schutzbedürftigkeit von Brutvögeln und deren Gelege aufmerksam gemacht werden. Die beruhigte Zone dient der Vogelwelt und anderen Arten, aber auch Erholungsuchenden und Naturbeobachtern.

Lebensraum für bedrohte Arten

Der Werratalsee bei Eschwege steht vor allem wegen seiner Bedeutung für den Tourismus und die Naherholung im Blickpunkt. Daneben ist das Gewässer mit seiner rund eine Million Quadratmeter großen Oberfläche aber auch ein wichtiger Lebens- und Brutraum für artgeschützte Vögel. Nach Erkenntnissen der unteren Naturschutzbehörde beim Werra-Meißner-Kreis sind die Wasserfläche, die Schilfzonen, die Ufervegetation und die Kieslandschaft an den Ufern wichtig für bestandsbedrohte Vögel wie Zwergsänger, Große Rohrdommel, Bless- und Graugänse, Bartmeisen, Flussregenpfeifer, Drosselrohrsänger, Zwergtaucher und andere. (hs)

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