Wir beantworten, was die Auszeichnung bedeutet

Beste Bank in Eschwege: Qualitätsprüfungsgesellschaft hat Sparkasse verdeckt getestet

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Sehr zufrieden mit der Auszeichnung: Vorstandsvorsitzender Frank Nickel, Unternehmenssprecher Ulrich Siebald und Vorstandsmitglied Marc Semmel. „Wir sind auf dem richtigen Weg. 

Eschwege. Die Sparkasse Werra-Meißner hat bei dem City-Contest der Gesellschaft für Qualitätsprüfung (GfQ) den ersten Platz für den Bereich Eschwege belegt. Wir beantworten die wichtigsten Fragen, was diese Auszeichnung für eine Bedeutung hat.

Was ist dieser City-Contest überhaupt?

Jedes Jahr werden von der Gesellschaft für Qualitätsprüfung in mehr als 400 Städten mit Hilfe professioneller Bankentester Banken im Hinblick auf die Qualität ihrer Beratung geprüft und ausgezeichnet. Rund 100 Tests sind bislang gelaufen.

Wie ist das Vorgehen der GfQ?

Die GfQ arbeitet mit 16 festangestellten Profitestern. Alle Tester haben eine bankspezifische Ausbildung absolviert und wären in der Lage, selbst eine fachlich fundierte Beratung durchzuführen, heißt es nach Auskunft des Anbieters. Die Tester melden sich als Kunden bei der Bank und haben konkrete Anlage- oder Finanzierungswünsche. Dabei beschäftigt das Unternehmen allein vier Mitarbeiter, die sich Lebensläufe für die Testkäufer ausdenken. Vier Fälle wurden im Juli in Eschwege durchgespielt.

Was wollten die Testkäufer im Fall der Sparkasse Werra-Meißner haben?

Das Testszenario sieht zwei verschiedene Kundentypen vor. Die Einkommenssituation ist bei den verschiedenen Kundenfällen unterschiedlich - das Vermögen und die Sparfähigkeit sind jedoch prozentual gleich. Im ersten Fall hat ein alleinstehender Arbeitnehmer, der zur Miete wohnt und ein Netto-Einkommen von 1750 Euro und ein Vermögen von rund 30 000 Euro besitzt, eine Empfehlung gesucht, wie man monatlich 150 Euro geschickt sparen kann. Der zweite Testkäufer war ebenfalls ein alleinstehender Angestellter. Er verdient 2450 Euro monatlich hatte bereits eine betriebliche Altersvorsorge, ein Gesamtvermögen von 45 000 Euro und wollte davon 15 000 Euro seiner fälligen Festgeldanlage bei der Bank anlegen.

Wie hat die Sparkasse insgesamt abgeschnitten?

In der Gesamtnote mit einer 1,57 (bei einer Bewertung von 1-5). Für die Gesprächsanbahnung vergaben die Tester eine 1,44, für die Nachbetreuung eine 1,0, für die Atmosphäre eine 1,44, für die Bedarfsanalyse 1,43 und für die Empfehlung eine 2,1.

Wie sind diese Noten einzuordnen?

Unter allen bisher getesteten Sparkassen ist das Unternehmen aus dem Werra-Meißner-Kreis die beste. Insgesamt bedeutet die Durchschnittsnote von 1,57 einen Spitzenplatz. Bestnote ist momentan eine 1,4 einer Volksbank bei Koblenz. „Die Sparkasse Werra-Meißner befindet sich auf einem Top-Niveau“, sagt Kai Fürderer von GfQ. Zum Vergleich: Die anderen vier in Eschwege getesteten Banken hatten am Ende Gesamtnoten zwischen 2,28 und 3,61.

Was sagt die Sparkasse zu diesem Ergebnis?

„Wir sind sehr zufrieden“, sagt Unternehmenssprecher Ulrich Siebald. „Es ist eine Bestätigung, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ Seit Jahresanfang werden die Sparkassen-Mitarbeiter in der Kundenberatung intensiv geschult. „Für unsere Mitarbeiter ist das eine schöne Belohnung, die wir mit ihnen feiern wollen“, sagt Vorstandsmitglied Marc Semmel, der für den Vertrieb verantwortlich ist. „Es ist ein Achtungserfolg, auf dem wir uns aber nicht ausruhen werden“, sagt Vorstandsvorsitzender Frank Nickel.

Was muss in Zukunft bei der Kundenberatung der Sparkasse besser werden?

Die GfQ hat zwei Hinweise gegeben. Zum einen sollte zu Gesprächsbeginn eine Agenda mit dem Kunden festgelegt werden. Zum anderen müsse die Produkt-Empfehlung für den Kunden noch deutlicher sein. „Das setzen wir um“, heißt es von Seiten der Bank.

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