Initiative Stadtmarketing lehnt die Gestaltungssatzung ab und setzt auf Kommunikation im Einzelfall

Regeln für das Erscheinungsbild

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Regulierung: Mit der Gestaltungssatzung will die Stadt Eschwege Werbeaufsteller der Einzelhändler im Zentrum regulieren.

Eschwege. Die politischen Kräfte in Eschwege sehen einen gewissen Regulierungsbedarf zur Optimierung des Stadtbildes – vor allem im historischen Fachwerkzentrum. Die Initiative Stadtmarketing wehrt sich gegen Eingriffe in die unternehmerischen Entscheidungen des Einzelhandels.

Beide Seiten diskutieren in einer Arbeitsgruppe der Gestaltungssatzung, in der Regeln für das Erscheinungsbild der Kreisstadt formuliert sind. Fassaden- und Schaufenstergestaltung wird darin ebenso angesprochen, wie Außenmöblierung und Werbung auf den öffentlichen Flächen vor den Geschäften. „Es bedarf nicht unbedingt einer Regulierung“, sagt Stadtmanager Wolf-Dietrich von Verschuer, „die Einzelhändler müssen selbst wissen, wie sie ihre Schaufenster dekorieren.“ Schließlich sei es Ziel, Kunden zu gewinnen und nicht abzuschrecken. „Die Gestaltungssatzung soll eine lenkende Wirkung haben“, entgegnet Erster Stadtrat Reiner Brill. Das Bild der mittelalterlichen Fachwerkstadt müsse erhalten bleiben. „Das ist das Pfund, mit dem wir wuchern können“, sagt Brill. Die Initiative Stadtmarketing favorisiert ein Gegenmodell zu einer fixen Gestaltungssatzung. „Wir wünschen uns eine Beratungsstelle und eine obligatorische Beratung der Einzelhändler im Vorfeld von gestalterischen Vorhaben“, erklärt der Stadtmanager. So könnten Lösungen in Gesprächen gesucht werden. Nach Ansicht Brills gewährleistet die Gestaltungssatzung Verbindlichkeit für beide Seiten.

Das Stadtmarketing möchte idealerweise keinerlei Regulierung „schon gar nicht bei der Schaufenster- und Fassadengestaltung oder bezüglich der Werbeaufsteller vor den Geschäften“, so von Verschuer, der „natürlich Verständnis für die ästhetischen Ansprüche“ hat, aber auch „die Interessen der Händler“ berücksichtigt wissen will. „Wir wünschen uns achtsamen, mehr kommunikativen, weniger regulativen Umgang mit dem Einzelhandel.

Nach der ersten Sondierung der Interessen zwischen Handel, Stadtmarketing und Verwaltung in einer Arbeitsgruppe und Gesprächen im Magistrat wird es ein weiteres Treffen der Arbeitsgruppe geben. „Wir sind weiter in der Diskussion“, sagt Stadtrat Brill, „wir müssen uns auf einander zu bewegen, damit wir zu einem Ergebnis kommen, mit dem alle Beteiligten leben können.“

Von Harald Sagawe

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