Sportübertragungen in Kneipen im Kreis kosten künftig bis zu 40 Prozent weniger

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Sparen knapp ein Fünftel bei ihrem Abonnement: Michael Gappert und Eva Serafin-Gappert, Inhaber des Cheers in Bad Sooden-Allendorf, merken jedoch keinerlei Umsatzsteigerung an Tagen, an denen sie Fußballspiele zeigen.

Werra-Meißner. Fußballübertragungen für Kneipen im Kreis werden günstiger. Ab September greift die neue Preisstaffelung des Bezahlsenders Sky.

Neben der Quadratmeterzahl der Gaststätte richten sich die neuen Preise auch nach regionaler Kaufkraft, Bevölkerungsdichte und Sportaffinität in der Region.

Während diese Änderung die Gaststätten in Großstädten wie Kassel mit Preiserhöhungen von bis zu 50 Prozent hart trifft, können sich circa 15 Wirte im Werra-Meißner-Kreis freuen. Sie müssen zwischen 20 und 40 Prozent weniger für das Zeigen von Bundesliga-, Pokal- oder Champions-League-Spielen zahlen.

„Durch die neue Staffelung zahlen wir statt 2700 Euro nur noch 2200 Euro im Jahr“, sagt Eva Serafin-Gappert, Inhaberin des „Cheers“ in Bad Sooden-Allendorf. Das ist eine Ersparnis von rund 19 Prozent. Auch einen zweiten Receiver hat Sky für das Bistro kostenlos zur Verfügung gestellt. „Die Kneipe ist an wichtigen Spieltagen zwar voll, mehr verdienen wir dadurch aber nicht“, sagt Michael Gappert, der gemeinsam mit seiner Frau das „Cheers“ betreibt. Manche Gäste würden während des ganzen Spiels ein einziges Glas Wasser trinken. „Wir sehen die Fußballübertragungen eher als Service am Kunden“, sagt das Ehepaar.

Zwei Spiele gleichzeitig

„Vor allem zur Champions-League ist es von Vorteil, jetzt einen zweiten Receiver zu haben und zwei Spiele gleichzeitig zu zeigen“, sagt Christoph Heidrich, Mitarbeiter des „Anstoß“ in Witzenhausen. Dort kostet das Abonnement ab September gut 21 Prozent weniger. „Wir zahlen dann anstatt 4200 nur noch 3300 Euro im Jahr“, sagt Heidrich.

Albert Brandt, Inhaber der Gaststätte „Zum Schwan“ in Frieda, hatte eigentlich schon beschlossen,, in diesem Jahr seinen Vertrag mit Sky zu kündigen. Aufgrund von Unstimmigkeiten war seine Gaststätte im vergangenen Jahr nachträglich um 100 Euro pro Monat hochgestuft worden. „Ich habe zwar ein Sonderkündigungsrecht bekommen, aber wer kündigt schon in der laufenden Saison?“

Mit der neuen Staffelung zahlt Brandt jetzt wieder den gleichen Preis wie vor dieser Erhöhung. Von 3228 Euro ist er auf 2028 Euro im Jahr runter gestuft worden. Eine Ersparnis von über einem Drittel. „Trotzdem stellt sich die Frage, ob es sich für eine kleine Kneipe wie meine noch lohnt, viele gucken ja mittlerweile zuhause mit Freunden Sky“, sagt Brandt. Als Betreiber einer kleinen Dorfgaststätte fühle er sich von Sky nicht richtig wahrgenommen.

Matthias Mengel, dem die „Klamotte“ in Grebendorf gehört, sieht das genauso: „Ich muss das ganze Jahr für das Abo zahlen, auch, wenn keine Fußballsaison ist und ich dadurch nicht mehr Umsatz mache.“ Er hat in seiner Kneipe ein Spendenschwein stehen, in das die beiden Fanclubs, die bei ihm Fußball gucken, jedes Mal einen Euro werfen - ganz unabhängig von ihrem Getränkeverzehr. (gsk)

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