Veranstaltung auf dem Obermarkt in Eschwege

Tag der Nachhaltigkeit: Ressourcen besser nutzen

Was ist denn das? Tüten die verrotten für den Biomüll verteilte Abfallberaterin Gabriele Maxisch am Tag der Nachhaltigkeit. Eschweges Stadtverordentenvorsteher Karl Montag braucht nicht mehr überzeugt werden, er benutzt die biologischen Tüten schon lange. Fotos: dir

Eschwege. „Wir wollen nicht den mahnenden Zeigefinger erheben, sondern zeigen, das Nachhaltigkeit auch Spaß machen kann.“ Doris Wagner, die neue Klimamanagerin des Werra-Meißner-Kreises, nutzte gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Hessen Rohstoffe (Hero) und dem Gebrauchtwarenzentrum den gestrigen Tag der Nachhaltigkeit, um auf dem Obermarkt in Eschwege auf die Problematik aufmerksam zu machen.

Freude: Gunda Klitsch (63) kaufte sich am Stand einen neuen Stuhl.

Und trotz des ernsten Themas, kam der Spaß nicht zu kurz. Anne Schilling und Christiane Braun von Hero hatten kleine Experimente mitgebracht, mit denen man biologische Kunststoffe aus Mais oder Weizen untersuchen konnte. „Ob Plastickbesteck oder Mulchfolien – mittlerweile gibt es zahlreiche Produkte aus verrotbarem Kunststoff“, erklärt Braun. Während man sich am Stand spielerisch über Biokunststoffe informieren konnte, verschenkte Gabriele Maxisch, Abfallberaterin beim Werra-Meißner-Kreis, Tüten aus Maisstärke für die Biotonne an die Passanten. „Ich bin erstaunt, wie viele Leute diese biologisch abbaubaren Tüten bereits verwenden“, freut sich Maxisch.

Gunda Klitsch (63) aus Bischhausen nutzte die Gelegenheit und kaufte einen Stuhl, den das Gebrauchtwarenzentrum ausgestellt hatte. „Der passt wunderbar vor meinen Schreibtisch“, schwärmt die Lehrerin in Altersteilzeit. Sie selbst nutze das Angebot des Gebrauchtwarenzentrums häufig, gibt Sachen dort ab oder kauft selbst etwas ein. „So werden die Sachen nicht auf den Müll geworfen, sondern finden einen neuen dankbaren Abnehmer“, sagt die 63-Jährige. Genau diesen Gedanken wollte auch Wagner am Tag der Nachhaltigkeit transportieren und hatte deshalb zum Tauschrausch aufgerufen. Jeder hatte die Gelegenheit bis zu drei Gegenstände zum Tauschen mitzubringen.

Leider wurde die Aktion im Ganzen noch nicht sonderlich gut angenommen, aber Wagner ist zuversichtlich, dass dies in den kommenden Jahren besser wird. „Wir haben heute den ersten Anstoß gegeben“, sagt sie.

Von Diana Rissmann

Kommentare