Anerkennungsprämie für Feuerwehrleute wird oft nicht eingelöst

Retter verzichten auf fast eine Million Euro

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Eschwege. Sie sind die Retter in der Not: Für ihren freiwilligen Einsatz bedankt sich das Land Hessen seit 2011 bei den Feuerwehrleuten mit einer Anerkennungsprämie. Doch längst nicht alle Feuerwehrleute nehmen diese Prämie an.

Knapp eine Million Euro wurden hessenweit von den freiwilligen Helfern nicht eingelöst, so das Hessische Innenministerium auf Anfrage unserer Zeitung. Auch im Werra-Meißner-Kreis verzichteten etwa zehn Prozent der Feuerwehrleute auf das Geld. Im Landkreis hätten seit 2011 insgesamt 404 000 Euro ausgezahlt werden sollen, doch wurden 40 000 Euro nicht eingelöst. Das bedeutet, dass von 1105 Feuerwehrleuten etwa 100 die finanzielle Auszeichnung nicht in Anspruch genommen haben. Grund dafür, warum die Feuerwehrleute auf das Geld verzichten, sei, dass sie die Anerkennungsprämie für sich selbst nicht gerechtfertigt finden. „Viele können eine Prämie nicht mit ihrer ehrenamtlichen Überzeugung vereinen“, sagt Kreisbrandinspektor Christian Sasse. Dafür habe er auch Verständnis. Und grundlegend sei es jedem selbst überlassen, ob er die Prämie annimmt, oder nicht.

„Aber eine solche Anerkennung und Wertschätzung für den vielseitigen Einsatz gibt es ansonsten bei keiner anderen Hilfsorganisation“, sagt der Feuerwehrchef. Deshalb sollten Mitglieder ihre Prämien annehmen, „diese könnten dann ja gespendet werden“. Die Regierungspräsidien in Hessen haben von Januar 2011 bis Dezember 2013 insgesamt 15 014 Anerkennungsprämien im Wert von 5,94 Millionen Euro bewilligt. Eingelöst wurden aber nur 12 830 (4,98 Mio. Euro) dieser Schecks. 2184 Feuerwehrleute lösten hessenweit ihre Prämien nicht ein. Das Geld, das nicht eingelöst wurde, sei für die Wehren nicht verloren. Damit würden Feuerwehrfahrzeuge und -häuser gefördert.

Von Nico Beck und Maja Yüce 

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