Mit der 23/12 rettet die Eschweger Feuerwehr Menschen aus großer Höhe

Hoch hinaus: Stadtbrandinspektor Lothar John bedient die Drehleiter vom Typ 23/12 aus dem Kommandostand. Mit der 30-Meter-Leiter können Menschen aus bis zu 23 Meter hohen Gebäuden gerettet werden.

Eschwege. Die Leiter misst ausgefahren 30 Meter. Die Kurzbezeichnung lautet 23/12 – bei einem Gebäudeabstand von zwölf Metern reicht die Drehleiter der Eschweger Feuerwehr bis auf 23 Meter.

Von fünf Ausnahmen abgesehen, können die Brandschützer damit aus allen Gebäuden in der Kreisstadt Menschen auch aus der obersten Etage retten.

„Alles, was darüber liegt“, sagt Stadtbrandinspektor Lothar John, „fällt unter die Hochhausgrenze und unterliegt baulichen Brandschutzregeln.“ Will heißen: Hochhäuser müssen einen zweiten Fluchtweg haben oder über ein außen liegendes Sicherheitstreppenhaus verfügen oder – bei älteren Gebäuden wird das akzeptiert – eine nachträglich montierte Sicherheitshochdrucklüftungsanlage besitzen.

Bis zu drei Menschen finden in dem Rettungskorb Platz, im Notfall und absoluten Ausnahmesituationen auch mehr. Stadtbrandinspektor John: „Wenn es um Menschenleben geht, muss man improvisieren.“ Allerdings: Das maximal zulässige Gesamtgewicht der Passagiere ist auf 370 Kilogramm begrenzt. „Wird das überschritten“, erklärt John, „schaltet die Sicherheitselektronik die Leitermechanik ab.“ Neben der Beförderung im Rettungskorb gibt es einen weiteren Weg aus großer Höhe nach unten – den über die ausgefahrene Leiter.

Regelbesatzung des 16-Tonnen-Einsatzfahrzeugs sind drei Feuerwehrleute – einer bedient die Leiter vom Hauptsteuerstand am Fuß, die anderen beiden Einsatzkräfte werden im Rettungskorb, der ebenfalls mit einer Steuereinheit ausgestattet ist, nach oben gefahren. 15 der insgesamt rund 165 Feuerwehrleute in den Einsatzabteilungen in der Kernstadt und den Stadtteilen haben die Spezialausbildung an der Landesfeuerwehrschule absolviert.

Neben der Menschenrettung erfüllt die Drehleiter weitere Aufgaben. „Großbrände können von oben wirkungsvoll bekämpft werden“, erklärt John. Zuletzt war das bei Einsätzen in Bischhausen und in Schemmern der Fall. Die Drehleiter der Eschweger Feuerwehr wird auch von anderen Gemeinden angefordert und kommt selbst im benachbarten Thüringen zum Einsatz. Und schließlich dient sie als Kran, wenn – beispielsweise nach Verkehrsunfällen – Lasten von bis zu viereinhalb Tonnen angehoben werden müssen.

Im Werra-Meißner-Kreis ist eine 23/12 außer in Eschwege auch in Witzenhausen, Bad Sooden-Allendorf und in Hessisch Lichtenau stationiert. Die Sontraer Wehr besitzt eine 18/9, soll aber demnächst auch mit dem größeren Drehleitermodell ausgerüstet werden.

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