Alarmübung zum 140-jährigen Bestehen

Freiwillige Feuerwehr Niederdünzebach übt den Ernstfall

Wurde bei der Pfingstübung der Freiwilligen Feuerwehr Niederdünzenach aus einer vermeintlich brennenden Scheune gerettet: eine 80 Kilogramm schwere Puppe. Foto: Weber

Niederdünzebach. Im Eschweger Stadtteil Niederdünzebach hat man aus der Not eine Tugend gemacht: Da in den vergangenen Jahren keine Kirmes organisiert werden konnte, ist in diesem Jahr die Freiwillige Feuerwehr in die Bresche gesprungen.

Anlass zum Feiern hat sie, denn seit 1875 gibt es in Niederdünzebach offiziell eine Feuerwehr, seit 140 Jahren.

Brandbekämpfung hat mit ziemlicher Sicherheit auch schon vorher stattgefunden, allerdings offenbar noch nicht in institutionalisierten Bahnen. So gönnte man sich vier buchstäbliche Feiertage an diesem Pfingstwochenende, an denen vorwiegend der Durst gelöscht wurde. Aber nicht nur. Anstelle eines Festumzugs stand eine Alarmübung auf dem Programm. Publikum ist dabei normalerweise eher hinderlich für die Einsatzkräfte, diesmal allerdings waren Zuschauen explizit eingeladen.

Der Kegelclub „Leuchtbergbuben“ rückte mit einem Wagen und integrierter Biergarnitur an. Stadtbrandinspektor Lothar John erklärte den Neugierigen den Ablauf. So solle eine Alarmübung normalerweise die Einsatzfähigkeit der Wehr feststellen. Zu diesem Zweck wurde eine Scheune mit Disconebel eingenebelt, um eine starke Rauchentwicklung darzustellen. Im Nebel hieß es dann zwei Verletzte zu finden. Die alarmierten Feuerwehrkräfte, die sich nun eiligst zum Feuerwehrhaus begeben, sich ausrüsten und die Fahrzeuge besetzen müssen, müssen binnen zehn Minuten nach der Aktivierung am Ort des Geschehens eintreffen.

Der Staffelführer erkundet nun die Einsatzstelle, ob der gemeldete Brand auch mit der tatsächlichen Situation übereinstimmt. Ein Einsatztrupp rüstet sich in diesem Fall mit Atemschutzgeräten aus, während der andere die Wasserversorgung sicherstellt. Nun suchen die Atemschutzgeräteträger im Rauch mit einer Sichtweite von 30 bis 50 Zentimetern nach den Verletzten, während die übrigen löschen. „Die Wahrscheinlichkeit, an einer Rauchvergiftung zu sterben, ist hoch“, sagte John. „Deshalb müssen die Einsatzkräfte so schnell wie möglich beim Verletzten sein.“

In Niederdünzebach konnten zwei Personen aus dem Rauch geborgen werden, wobei die eine bereits nicht mehr bei Bewusstsein war. Simuliert wurde das durch eine 80 Kilogramm schwere Puppe, die mit einem Rettungstuch aus der Scheune getragen wurde. Für die Männer in der Atemschutzausrüstung ist der Einsatz eine schweißtreibende Angelegenheit, die sie bis an ihre körperliche Leistungsfähigkeit führt. Nach der erfolgreichen Übung durfte dann allerdings wieder weitergefeiert werden.

Von Kristin Weber

Pfingstübung Freiwillige Feuerwehr Niederdünzebach

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