Abriss eines Mietshauses

Heuberg: Rückbau bringt Freifläche

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Wo bis vor zwei Jahren ein Mietshaus mit 18 Wohnungen stand, haben gestern Bürgermeister Alexander Heppe, Steffen Tsamaltoupis, Caroline Bohlmann, Jürgen Bluhm und vorne Athanasios Tsamaltoupis eine Freifläche eingeweiht.

Dass nicht nur der Bau, sondern auch der Abriss eines Gebäudes für den Wohnungsmarkt gut sein kann, war das Ziel des sogenannten Rückbaus von 18 Wohnungen im Ginsterweg auf dem Heuberg 2010.

Eschwege. Die Wohnstadt als Eigentümer in Kooperation mit der Stadt Eschwege und gefördert vom Programm „Soziale Stadt“ hat den freigewordenen Platz in eine multifunktionale und künstlerisch gestaltete Freifläche umgewandelt. Bürgermeister Alexander Heppe und der für Nordhessen zuständige Regionalcenterleiter der Wohnstadt, Jürgen Bluhm, übergaben gestern die neue Attraktion des Quartiers an die Anwohner.

Blickfang der Freifläche ist die sogenannte Ginsterschlange, eine mit Keramikmosaiken verzierte Betonskulptur, die zum Sitzen und Spielen einlädt. Der Entwurf des Schlangenkörpers stammt von Steffen Tsamaltoupis, für die Holzbrandkeramik zeichnet Caroline Bohlmann verantwortlich. Beide Künstler kommen aus Eschwege. Bohlmann und die Quartiersmanagerin für den Heuberg, Doreen Köhler, hatten Anwohner und Schüler des Heubergs an den Keramikarbeiten beteiligt. „Das war uns von Anfang an wichtig“, betont Bluhm, „denn Beteiligung schafft Identifikation, mit der Freifläche und letztendlich auch mit dem Quartier Heuberg.“

Das sind neben der bespielbaren Kunst vor allem viel attraktives Grün, ein Platz für sportliche Aktivitäten auf dem ansonsten eher abschüssigen Gelände des Heubergs sowie zehn zusätzliche Parkplätze. Rund 128 000 Euro hat die Wohnstadt in dieses Projekt investiert. „Die Freiflächenplaner der Wohnstadt haben die Multifunktionsfläche mit Fußwegen, Trockenmauern, Treppen und Bepflanzungen wirklich abwechslungsreich gestaltet“, findet auch Bürgermeister Heppe, der froh ist, dass die Rückbaumaßnahme sich auch auf das Stadtbild positiv auswirkt. „Wir werden uns angesichts der demografischen Entwicklung und des damit verbundenen Bevölkerungsrückgangs nicht nur im Werra-Meißner-Kreis immer häufiger mit der Frage beschäftigen müssen, ob Rückbau von Wohngebäuden nicht die sinnvollere Alternative zu Leerstand und Verfall ist.“

Die Wohnstadt bewirtschaftet in Eschwege annähernd 900 Wohnungen, davon 467 auf dem Heuberg. Die Siedlung entstand in den 1950er und 1960er Jahren und galt lange als beispielhafte „Wohnsiedlung im Grünen“. Nun stehen dort knapp 16 Prozent der Wohnungen leer.

Das Bundesland Hessen unterstützte den Abriss und den Umbau des Quartiers als Ordnungsmaßnahme mit Mitteln aus dem Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“. Die förderfähigen Kosten betragen 233 000 Euro. (hm)

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