Ansiedlung des Wildtieres laut Experten nur eine Frage der Zeit

Rückkehr des Wolfes bereitet Jägern und Schäfern im Kreis Sorgen

Werra-Meissner. Die anstehende Rückkehr des Wolfes in die Wälder des Werra-Meißner-Kreises bereitet Jägern und Tierhaltern Sorgen. Zwar gibt es aus dem Kreis noch keine Belege für angesiedelte oder durchstreifende Tiere, ein Exemplar lebt aber auf dem Truppenübungsplatz im thüringischen Gotha, etwa 50 Kilometer vor der Kreisgrenze. Eine Entfernung, die das Tier problemlos innerhalb einer Nacht zurücklegen kann.

Das Gerücht, dass bei einer Jagd im Raum Waldkappel Anfang vergangenen Jahres ein ganzes Rudel gesehen worden sein soll, ist auch Dr. Jörg Brauneis vom Jagdverein Hubertus in Eschwege bekannt. „Dass man davon nie wieder was gehört hat und dass es keine Spuren gab, deutet aber stark darauf hin, dass das so nicht stimmt. Letztlich ist es aber nur noch eine Frage der Zeit“, sagt er. Von unbelegten Sichtungen berichtet auch Marco Lenarduzzi vom Naturpark Meißner-Kaufunger Wald.

„Wir sind nicht gegen den Wolf, sehen aber auch einige Probleme“, sagt Rainer Stelzner, Vorsitzender des Jagdvereins. Dazu zähle etwa, dass der Wolf im Wald Wild reiße, das den Jägern dann bei der Jagdausbeute fehle. Ein Problem, das bereits aus Niedersachsen und Brandenburg bekannt ist, wo jeweils mehrere bestätigte Wolfsrudel leben. Jagdpächter könnte so ein Teil ihres Einkommens wegbrechen. Gleichzeitig müssen sie aber für durch Wildtiere verursachte Schäden aufkommen.

Vom Wolf gerissene Schafe – wie aus anderen Bundesländern bekannt – beklagt Hüteschäferin Monika Timmerberg aus Dudenrode noch nicht, macht sich aber trotzdem bereits Gedanken. „Wir brauchen eine zentrale Regelung über die Entschädigungen vom Gesetzgeber“, sagt sie. Normale Zäune würden nicht ausreichen, den Wolf von den Herden abzuhalten. „Wir passen aber schon jetzt auf und warten vorerst ab“, sagt sie.

Kommentare