Kreissprecher Klinge: Zahl der Vollstreckungsfälle noch moderat

Rundfunkgebühren: 512 zahlten nicht

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urn:newsml:dpa.com:20090101:160318-99-269986

Werra-Meißner. Der Werra-Meißner-Kreis hat im vergangenen Jahr deutlich häufiger ausstehende Rundfunkgebühren eingetrieben als in den Jahren zuvor. Grund dafür ist ein geändertes Vorgehen des ARD-ZDF-Deutschlandradio-Beitragsservices bei der Erhebung der Gebühr. In 512 Fällen beauftragte der Service im vergangenen Jahr die Vollstreckungsstelle des Kreises.

 Das bedeutet eine Steigerung von mehr als 66 Prozent gegenüber dem Jahr 2014 (308 Fälle). 2011 hatte es nur 202 gemeldete säumige Zahler gegeben. Die massive Steigerung zu 2015 lässt sich mit dem im Jahr zuvor eingeführten System der Direktanmelder begründen, das dem Service allein im ersten Jahr deutschlandweit über eine Million Neuanmeldungen beschert hat.

Seit die Rundfunkgebühr nicht mehr nach genutzten Geräten, sondern pro Haushalt berechnet wird, verschickt der Beitragsservice bei Haushalten, für die verschiedene Namen gemeldet sind, ein Anschreiben zum Datenabgleich. Wer auf diesen Brief nicht antwortet, wird automatisch als Zahler angemeldet.

„Das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass nicht jeder säumige Zahler ein Verweigerer ist“, sagt Kreissprecher Jörg Klinge, „zu viele Bürger werfen den Brief ungelesen einfach weg.“ Im Vergleich zu anderen Kreisen in Hessen sei die Zahl der Vollstreckungsfälle im Werra-Meißner-Kreis aber moderat. Gebühren für Radio und Fernsehprogramme der öffentlich-rechtlichen Sender müssen seit der Umstellung alle Haushalte zahlen. Sie betragen pro Monat 17,50 Euro.

Der Beitragsservice erhebt die Rundfunkgebühr für ARD, ZDF und Deutschlandradio und verwaltet rund 42 Millionen Beitragskonten von Bürgern, Unternehmen, Institutionen und Einrichtungen des Gemeinwohls. Die Aufgaben des Beitragsservice sind im Rundfunkstaatsvertrag definiert.

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