Ausverkauf in dem Eschweger Elektronikfachmarkt ab Samstag

EP: Sättler zieht nach 30 Jahren die Notbremse

+
Wieder einer weniger: Der Elektronikfachmarkt EP:Sättler am Marktplatz schließt. Am Samstag startet ein Totalausverkauf. Foto: Deppe

Eschwege. Es ist die Notbremse, bevor es zu spät ist: Das Elektronikfachgeschäft EP: Sättler am Alten Steinweg wird in wenigen Wochen schließen. Die Geschäftsführer Gerald Munk und Klaus Seiler haben den Mietvertrag für das Ladenlokal in dem alten Fachwerkhaus zum 30. September gekündigt.

„Wir machen das natürlich nur äußerst ungern, aber so kommen wir noch heil aus der Sache raus“, sagte Seiler. Seit 30 Jahren gibt es das Geschäft, seit zehn Jahren mit Munk und Seiler als Inhaber. Wie vielen anderen Einzelhändlern auch macht der Preisdruck ihnen zu schaffen. „Gegen das Internet haben wir einfach keine Chance“, sagen sie. Einem Onlineversand würden deutlich geringere Margen reichen. „Die brauchen oft nur einen Schreibtisch mit Lampe, um ihre Geschäfte abzuwickeln. Wir haben aber Personal, hohe Mieten und bieten Beratungen an.“ Die Entwicklung sei aber schon über einen langen Zeitraum klar gewesen. Zu Beginn habe es bis zu sieben Verkäufer im Ladenlokal gegeben, seit dem vergangenen Jahr machen Seiler und Munk auch die Beratungen alleine.

Man habe über Jahre die Umsatzentwicklung genau beobachtet und irgendwann sei die Schließung der zwangsläufige Schritt gewesen. „Wir hatten ja immer, die Hoffnung, dass es sich nur um eine Flaute handelt, aber die Zahlen stagnieren einfach“, sagte Seiler.

Aber auch andere Faktoren als die Internetkonkurrenz drücken auf die Verkäufe. Die Großbaustelle auf dem Marktplatz und lediglich kostenpflichtige Parkplätze nennen Seiler und Munk als Gründe, warum Kunden häufiger den Weg zur Konkurrenz gesucht haben könnten. Zudem sei über die gesamte Zeit die Produktpalette immer kleiner geworden. Alleine Smartphones ersetzen verschiedene Geräte gleichzeitig.

Problematisch ist auch, dass besonders junge Menschen Beratung nicht mehr im persönlichen Gespräch suchen, sondern sich im Internet in entsprechenden Foren informieren. „Das ist bei älteren Kunden ganz anders, die wollen einem Verkäufer einfach gerne noch in die Augen sehen“, sagt Munk, der wie sein Kollege noch keine konkreten Zukunftspläne hat. Nach und nach werden sich beide jetzt von ihren Kunden verabschieden müssen. Am Samstag startet der Totalausverkauf.

Von Lasse Deppe

Kommentare