Das Salz in der Werra

Eschweger Schüler halten preiswürdiges Umweltprojekt auf Film fest

Untersuchungen an einem bitterkalten Morgen: Die Schüler der Brüder-Grimm-Schule nehmen Proben aus der Werra. Jonas Benmüller ist immer mit der Kamera dabei. Foto: Weber

Eschwege. Seit Jahrtausenden leben die Menschen an und von der Werra. Doch in jüngster Zeit wird der Fluss nicht gut behandelt. „Wir alle wissen heute kaum noch etwas vom Fluss“, sagt Diplombiologin Susanne Pfingst vom Naturpark Meißner-Kaufunger Wald. Sie betreut ein Projekt an der Brüder-Grimm-Schule, das den Schülern dieses Bewusstsein wieder zugänglich machen soll.

In Kooperation mit dem Medienzentrum Eschwege untersuchen die Neuntklässler den Fluss fächerübergreifend im Unterricht – in Chemie, in Biologie, in Politikwissenschaft und sogar in Kunst. Am Ende ihrer Arbeit wird im Mai ein Film stehen, in dem sie ihre Untersuchungen und Ergebnisse aufgezeichnet haben, um ihn an anderen Schulen im Unterricht zu zeigen. So lernen sie nebenbei noch Medienkompetenz.

Krebse gekäschert

Doch warum behandeln sie die Werra sogar in Politikwissenschaft? Es geht natürlich um Kali und Salz. Im Unterricht lernen die Schüler, wie ein weltweit agierender Chemie-Konzern heutzutage arbeitet. Im Chemie-Unterricht von Christina Kliebisch messen die Schüler den Salzgehalt der Werra und stellen fest, dass dieser um mehr als das Zehnfache über dem natürlichen Gehalt liegt.

Im Biologieunterricht käschern sie an einem bitterkalten Morgen nach Krebsen im Werra-Wasser, um diese zu bestimmen. So entdecken sie vor allem solche Krebse, die in Salzwasser überleben können. Auch nur noch zehn verschiedene Fischarten sind im Fluss vorhanden, sagen sie. „Das bedeutet eine Einschränkung der Artenvielfalt“, gibt Schülerin Leona Füllgrabe zu bedenken. Und Konstantinos Panou fügt hinzu: „Durch die Verpressung der Kalisalze in den Untergrund dringt die Kalilauge auch in das Grundwasser ein. Dadurch ist unser Trinkwasser in Gefahr.“ In ihrem Film, Jonas Benmüller ist mit der Kamera immer dabei, befragen die Schüler Passanten auf der Straße, was sie von der Versalzung halten. Auch den Monte Kali haben sie bestiegen, um sich vor Ort in Heringen selbst ein Bild zu machen.

Von Kristin Weber

Mehr zum Projekt lesen Sie in der gedruckten Montagsausgabe der Werra-Rundschau.

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