Motorsägenlehrgäng im Wald

Sechs Frauen auf Holz-Mission

Mit Spaß dabei. Die Teilnehmer des Kurses hatten richtig viel Spaß den Umgang mit der Motorsäge zu erlernen. Fotos: Rissmann

Eschwege. Laut knattern die Motoren, Benzingeruch liegt in der Luft, Holzspäne fliegen - sechs Frauen haben sich am Samstag aufgemacht, um den richtigen Umgang mit der Motorsäge zu lernen. Gemeinsam mit Veranstalter Klaus Reinhardt sowie dem Forstwirtschaftsmeister von Hessen Forst Wehretal, Dirk Munk, bearbeiteten sie zum ersten Mal Holz mit der Motorsäge.

Doch ohne Vorbereitung kommt Munk niemand in den Wald. Am Vorabend war deshalb erst einmal Theorie pauken an der Reihe. Und da gibt es eine Menge zu beachten: Das geht über Sicherheitsfragen, wie dem korrekten Umgang mit der Motorsäge und die richtige Schutzkleidung, bis hin zur Verwendung des richtigen Benzins. „Vorgeschrieben sind Spezialkraftstoffe, die nicht gesundheitsgefährdend und zudem schadstoffarm sind“, erklärt Munk. Den Unterschied zwischen Normal- und Spezialbenzin zeigt er eindrücklich: In einem Glas hatte er die Spezialmischung, in der bereits seit Wochen ein Styropor-Teil lag, in ein zweites Glas mit normalen Benzin gab er ein weiteres Stück Styropor, das sich in Sekunden auflöst. „Dieser Spezialkraftstoff ist nicht krebserregend“, sagt Munk. Zudem ist das Arbeiten mit der Motorsäge auch erheblich leichter geworden. Während früher eine Motorsäge bis zu zwölf Kilogramm gewogen hat, wiegen die Sägen heute im Schnitt drei bis fünf Kilogramm.

Die Motivation Holz günstig im Wald zu holen eint die sechs Teilnehmerinnen. Zudem der Motorsägenschein seit Anfang des Jahres Pflicht ist. „Ich wollte den Schein schon lange machen und jetzt muss man sowieso, da hat es gepasst“, sagt Michaela Fey aus Ulfen. Die 32-Jährige hat Spaß am Holz machen und hat sich den Kurs schenken lassen.

Frauenkurs: Umgang mit der Motorsäge

Kathrin Kießler aus Großalmerode hingegen ist nicht nur hier, um zu lernen wie man Holz macht, die hat auch ein ganz besonderes Interesse: „Ich bin Biologie-Lehrerin und interessiere mich schon von Berugfswegen für den Wald“, sagt die 34-Jährige. Damit sie aber künftig nicht allein in den Wald muss hat sie ihren Lebensgefährten Tobias Hölscher mitgebracht, der als Hahn im Korb am Frauenkurs teilnahm. Er war aber nicht die einzige Besonderheit im Teilnehmerkreis Annika Seifert vom Gut Weidenhausen ist mit ihren 18 Jahren die Jüngste Teilnehmerin, die Reinhardt jemals hatte. „Ich will meine Eltern unterstützen und immer nur Holz wegstapeln ist langweilig“, sagt Seifert.

Doch bevor es im Wald oberhalb von Oberdünzebach richtig zur Sache geht erklärt Munk nocheinmal die wichtigsten Werkzeuge: Fällbeil, Spalthammer und Sappi. Mit beeindruckender Leichtigkeit spaltet Munk mal eben einen Holzstamm. Die ersten skeptischen Blicke tauchen auf. „Sie müssen Geduld haben und sollten sich anfangs nicht ganz so viel vornehmen“, sagt Munk. Holz spalten sei eben eine Kunst für sich und die müsse man einüben. Gesagt, getan. Noch schnell einmal gezeigt, wie das Öl und Benzin richtig aufgefüllt werden und dann geht es ans Holz.

Rumms, rumms, rumms - die ersten zaghaften Züge an der Startschnur bringen nicht gleich den gewünschten Start. Doch mit etwas Geduld springen die Knattermaschinen an. Und trotz der Lautstärke wird es bedächtig. Breite Grinsegesichter wo man hinschaut. Und schon lassen sich die Damen nicht mehr aufhalten. Und die Anstrengung kann Kosten sparen. „Ein Raummeter Holz im Wald kostet etwa 20 Euro, geliefert zahlt man schnell mal das Dreifache und mehr“, erklärt Munk.

Von Diana Rissmann

Kommentare