75-Jähriger gibt Amt in jüngere Hände

Siegfried Furchert gibt Vereinsführung des TTC Albungen nach 53 Jahren ab

Der neue beschenkt den alten Vorsitzenden: Nico Beck (links) würdigte die Verdienste von Siegfried Furchert, der 53 Jahre lang TTC-Chef war. Foto: Tobias Nießner/nh

Albungen. Nach unglaublichen 53 Jahren als Erster Vorsitzender des TTC Albungen hat Siegfried Furchert seinen Posten an einen Nachfolger übergeben.

Zum ersten Mal wirkt Siegfried Furchert verlegen und ratlos. Er weiß nicht, wie er sich verhalten soll, ist überwältigt vom Applaus der Mitglieder des TTC Albungen, die sich zu Ehren ihres langjährigen Präsidenten allesamt von ihren Plätzen erhoben. Furchert blickt durch den Raum - und in über 40 strahlende Gesichter, die ihm bei der Jahreshauptversammlung einen würdigen Abschied bescherten. Denn nach 53 Jahren als starker Mann des TTC gab der 75-Jährige sein Amt in jüngere Hände.

Der Chef im Fokus

Im prall gefüllten Albunger Dorfgemeinschaftshaus stand die Sitzung klar im Zeichen des Furchert-Abschieds - es war ihm klar, dass es eine außergewöhnliche Sitzung werden würde. Und Furcherts nahezu einzigartiges ehrenamtliches Engagement für seinen TTC, den er im zweiten Jahr nach der Gründung 1962 übernahm, wurde von den Mitgliedern in den Fokus gerückt und keine Gelegenheit ausgelassen, Wertschätzung auszusprechen.

Der Dank

Vorstandsmitglied Nico Beck, der später zu Furcherts Nachfolger gewählt wurde, hielt ebenso eine Laudatio auf Furchert wie Thomas Freitag (Kreiswart des TT-Kreises) und Berthold Diegel, der Vorsitzende der Sportkommission Eschwege. „Siegfried, ohne dich wäre der TTC Albungen nicht der Klub, der er heute ist“, sagte Beck. Freitag: „Der TTC steht absolut hervorragend da, Siegfried übergibt einen kerngesunden Verein.“ Und Diegel lobte die „einzigartige Ära“ und das „unglaubliche Engagement, das höher nicht sein könnte“. Mehr geht nicht. Dachte jeder. Doch es kam anders. Denn zum i-Tüpfelchen der fast dreieinhalbstündigen Sitzung wurde das Lied von Spieler Uwe Schindewolf, das er eigens für Furchert komponierte. Ein krönender Abschluss.

Der Abschied

„Natürlich ist etwas Wehmut dabei, wenn man über ein halbes Jahrhundert einen Verein führt“, sagte ein sichtlich gerührter Vereinschef, als er das Ende seiner Amtszeit offiziell bekanntgab. „Der TTC war wie eine Familie für mich.“

Die Verdienste

In 53 Jahren Amtszeit führte er den Verein vorbildlich, auch durch schwere Zeiten, und machte sich stets für den Jugend- und Damensport stark. Dass beim TTC seit der Gründung 1962 auch Damen aktiv sind, darauf ist er stolz.

Der Ehrenvorsitz

Kein Wunder also, dass der Vorstand Furchert zum Ehrenvorsitzenden ernannte. „Vielen Dank an alle. Ihr habt mir einen einzigartigen Abschied beschert“, sagte er.

Der Nachfolger

Der 27-jährige Albunger Nico Beck arbeitet seit fast zehn Jahren im Vorstand mit, war zuletzt Jugendwart. (nic)


Was sonst noch auf der Jahreshauptversammlung behandelt wurde, lesen Sie in der heutigen Printausgabe. 

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