Kreisstadt Eschwege akzeptiert Rechtsauffassung der Behörde nicht

RP: Keine Chance für Anhebung des Werratalsees

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Bürgermeister Alexander Heppe und das Regierungspräsidium vertreten gänzlich unterschiedliche Ansichten in der Angelegenheit. 

Die Kreisstadt Eschwege will den Wasserspiegel im Werratalsee so rasch wie möglich anheben. Das Regierungspräsidium in Kassel sieht keine Möglichkeit, das Vorhaben zu genehmigen. Bürgermeister Alexander Heppe und die Behörde vertreten gänzlich unterschiedliche Rechtsauffassungen, was die Machbarkeit des Vorhabens angeht.

„Die Anhebung des Werratalsees ist nicht genehmigungsfähig“, sagt Otto Wilhelm Vicum ebenso knapp wie deutlich. Der Experte für Gewässerunterhaltung beim Regierungspräsidium in Kassel beruft sich dabei auf das Wasserhaushaltsgesetz mit seinen Bestimmungen zum Ausgleich verloren gegangenen Retentionsraumes. Der müsse nämlich in räumlicher Nähe geschaffen werden, gibt Vicum zu bedenken. 

Bürgermeister Heppe entgegnet: „Wir müssen den Sinn des Gesetzes beachten und nicht nur dem reinen Wortlaut folgen.“ Wenn das Regierungspräsidium keine Bereitschaft zur Genehmigung zeige, werde die Stadt in einem nächsten Schritt mit dem Ministerium verhandeln. „Ich hoffe auf den gesunden Menschenverstand“, sagt Heppe. 

Schutz vor Hochwasser ist nicht kennzeichnend

Die Stadt Eschwege und die übrigen Anrainer – Wanfried, Meinhard, Bad Sooden-Allendorf und Witzenhausen – hatten zuletzt ein sogenanntes zweidimensionales Hochwasserschutzgutachten in Auftrag gegeben. Die Expertise bringt zum Ausdruck, dass die Bedeutung des Sees als Retentionsraum eher zu vernachlässigen ist. „Der Retentionsraum des Werratalsees hat keine signifikante Hochwasserschutzwirkung für die Anrainer“, sagt Gutachter Stefan Wehe im Interview mit unserer Zeitung. „Die Wasserspiegelhöhe des Scheitels der Hochwasserwelle sowie der Zeitpunkt, an dem der Hochwasserscheitel in Eschwege eintrifft, ist unverändert.“

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