Ab Montag werden die Fragebögen verschickt - Ergebnisse gibt es im Oktober

Wie soll gespart werden?

Sie wollen es wissen: von links Stadtkämmerer Reiner Brill, Dr. Manuela Pötschke und Dr. Bernd Reef von der Uni Kassel. Foto: Rissmann

Eschwege. Bis 2020 muss der städtische Haushalt ausgeglichen sein - so schreibt es die hessische Schuldenbremse vor. Derzeit liegt das Defizit der Kreisstadt aber noch bei 2,5 Millionen Euro. Klar ist, dass noch mehr gespart werden muss. Aber wo? Und vor allem, was sind die Bürger bereit, mitzutragen?

Um das herauszufinden, geht die Kreisstadt einen ganz neuen Weg: Wissenschaftlich begleitet von der Universität Kassel werden ab Montag 3000 Eschweger gefragt „Was wollen wir uns leisten?“. Konkret will das wissenschaftliche Team um Dr. Manuela Pötschke und Dr. Bernd Reef heraus-finden, ob die Eschweger eher wollen, dass künftig im Haushalt mehr gespart wird oder ob eher die Erhöhung von Einnahmen wie Steuern und Gebühren, befürwortet wird.

Um aussagekräftige Ergebnisse zu bekommen, haben die Wissenschaftler gemeinsam mit Studierenden einen komplexen Fragebogen entwickelt. Darin werde unter anderem abgefragt, inwiefern sich der Befragte überhaupt für Kommunalpolitik interessiert, wie er sich informiert und welche städtischen Angebote ihm wichtig oder weniger wichtig sind. Dann wird es konkreter: Die Befragten sollen die Ausgaben der Stadt in den fünf Bereichen Wirtschaft und Tourismus, Familie und Soziales, Sport und Kultur, kommunale Selbstverwaltung sowie Infrastruktur bewerten. „So wird herausgefunden, wo eher gespart werden soll und wo nicht“, sagt Pötschke. Der Fragebogen bezieht darin etwa 30 Ausgabenposten der Stadt mit ein, die zuvor mit allen Mitarbeitern der Stadtverwaltung gemeinsam ermittelt wurden.

Umgekehrt wird auch gefragt, wo die Stadt die Einnahmen erhöhen sollte. „Fachwissen braucht man aber nicht“, beruhigt Pötschke. Im Gegenteil, kommt es den Wissenschaftlern doch eher darauf an, zu erfahren, was die Menschen denken, die eben nicht so im Thema sind. Darauf kann dann auch die Verwaltung reagieren. „Wir können die Ergebnisse der Befragung künftig in unsere Haushaltsentscheidungen einbeziehen und für die Bürger verständlicher werden“, sagt Stadtkämmerer Reiner Brill, auf dessen Initiative die Befragung gestartet ist. Wichtig sei nun, dass möglichst viele der Angeschriebenen den Fragebogen auch ausgefüllt zurücksenden, sagt Pötschke: „Es geht hier ja schließlich um ihre Belange und alles ist absolut anonym.“

Mit dem Fragebogen wird auch ein Infoblatt mitgesendet, wer darüber hinaus noch Fragen hat, kann sich auf der Homepage der Stadt Eschwege informieren. Die Ergebnisse werden am 20. Oktober öffentlich präsentiert. www.eschwege.de

Von Diana Rissmann

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