Kultursommer Nordhessen in der Marktkirche

Sommernacht mit magischer Harfe

Auch ein Fest für die Augen: Silke Aichhorn Sopranistin Christin Mollnar in der Marktkirche. Foto: Pujiula

Eschwege. Ein musikalischer Sommernachtstraum, so versprach es das Motto dieser Kultursommerveranstaltung, und so erlebten die Zuschauer in die Marktkirche es auch. Es war ein delikates Konzert rund um das deutsche Kunstlied.

Aus dem schier unerschöpflichen Reichtum dieser überwiegend deutschen Kunstgattung wurden etwa zwanzig Stücke aufgeführt – in traumhaften Interpretationen. Die namhafte Sopranistin Christin Mollnar, die neben Konzertsälen auch auf vielen Opernbühnen aufgetreten ist, wurde von einem, bei Liederabenden eher untypischen, Instrument begleitet – einer Harfe. Und es war gerade das schöne Instrument mit dem magischen Klang, was diesem Musikabend zu einem Sommernachtstraum machte. Denn in den Händen der jungen Silke Aichhorn entfaltete die Harfe einen betörend schönen Klang, als Begleitinstrument und vor allem in den zwei Solostücken, die mit Riesenapplaus vom Publikum quittiert wurden. Dazu kamen die ausgezeichneten Interpretationen der Sängerin, die mit ihrem kraftvollen, in den höheren Lagen manchmal etwas metallisch klingendem Sopran, den Liedern viel Gefühl und Intensität gab.

Brahms, beide Schumanns (Robert ebenso wie Clara) und natürlich Schubert waren an diesem Abend mit mehreren Liedern vertreten – und ein Komponist, an den man bei Kunstliedern nicht primär denkt: Mozart. Mehrere Lieder von ihm kamen zu Gehör, darunter das sehr bekannte und überaus reizvolle „Veilchen“ nach einem Gedicht von Goethe, das an diesem Abend noch einmal in einer anderen Vertonung, diesmal von Clara Schumann, zu hören war.

Ein erlesener Kultursommer-Musikabend, wirklich ein Sommernachtstraum mit exzellenten Künstlerinnen.

Von Francisco Pujiula

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