Halbzeitbilanz: Eschweges Erster Stadtrat Reiner Brill blickt auf drei Jahre im Amt

Der Spagat des Kämmerers

Reiner Brill Foto: Sagawe

Eschwege. Der Spagat zwischen dem Sparauftrag des Kämmerers und den Aufgaben des Sozialdezernenten gehört für Reiner Brill (SPD) zum Tagesgeschäft. Längst nicht alles lässt sich finanzieren, was der Entwicklung Eschweges gut täte, und auf der anderen Seite muss Geld ausgegeben werden, das die Stadt nicht hat, weil gesetzliche Aufgaben zu erfüllen sind.

Heute geht Eschweges Erster Stadtrat und Kämmerer Reiner Brill in den zweiten Teil seiner sechsjährigen Wahlperiode.

Beim Rückblick auf die ersten drei Jahre wird genau dieser Spagat immer wieder sichtbar. Intelligente Lösungen sind gefragt. Dazu zählt Brill die Förderung bürgerschaftlichen Engagements. Wenn das gelingt und öffentliche Aufgaben - beispielsweise über die Nachbarschaftshilfe - ehrenamtlich erfüllt werden, dann freut sich der Kämmerer über den Erfolg des Sozialdezernenten.

Mehr als zwei Millionen Euro im Jahr aus eigenen Mitteln könne und wolle Eschwege nicht investieren. „Sonst fressen uns die Zinsen auf und die Handlungsspielräume würden noch kleiner“, sagt der 55-Jährige.

Geld soll weiter in die Gestaltung des öffentlichen Raums gesteckt werden, wie in der Vergangenheit in den Marktplatz. Die Sozial- und Bildungsinfrastruktur ist ein weiterer Investitionsschwerpunkt. Schon im nächsten Jahr wolle die Stadt eine weitere Kindertagesstätte bauen - vorausgesetzt, die städtischen Gremien würden die Mittel zur Verfügung stellen, kündigte Brill gestern an.

Barrierearmes Wohnen sowie die Betreuung und Pflege älterer Menschen sind Aufgaben, bei denen Brill Eschwege auf einem guten Weg, aber noch nicht am Ziel sieht. Das geplante Wohnprojekt auf dem Areal an der Cyriakusstraße sei ein guter Schritt, die Einrichtung von Wohngruppen für Senioren möglichst in jedem Stadtteil - auch unter Berücksichtigung wachsender Demenzproblematik - eine Aufgabe für die nächsten Jahr.

Die Kindertagesstätten müssten noch mehr Familienhäuser werden, auch und vor allem, um die Eltern und Kinder zur Mitarbeit zu gewinnen, die nicht einfach zu erreichen sind. Alle Kinder müssten möglichst frühzeitig von Förderung profitieren. Bildung sei der Schlüssel für den Erfolg der Kinder.

Von Harald Sagawe

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