Anzahl der Automaten sollen begrenzt werden

Spielhallen: Schärferes Gesetz soll kommen

Werra-Meißner. 680 Glücksspielsüchtige vermutet Eva Bohr von der Fachstelle Suchthilfe und Prävention des Diakonischen Werks Eschwege/Witzenhausen derzeit im Werra-Meißner-Kreis. „Die Dunkelziffer liegt vermutlich noch deutlich höher“, sagt Bohr.

Um die Betroffenen künftig besser zu schützen, machen sich Vertreter der Beratungsstellen des Kreises, aus Politik und Kirche nun gemeinsam für die Verschärfung des Hessischen Spielhallengesetzes stark. „Dessen Übergangsregelungen laufen zu Beginn des kommenden Jahres aus“, sagt Fachstellenleiterin Andrea Böhnke. 

Konkret geht es um einen Mindestabstand von 300 Metern, der künftig zwischen zwei Spielhallen eingehalten werden muss, und die Verkleinerung der Hallen auf maximal zwölf Automaten. Treten diese Regelungen in Kraft, sind allein drei der sechs Spielhallen in Eschwege sowie sieben weitere Standorte in Hessisch Lichtenau, Herleshausen, Sontra und Wanfried betroffen.

 „Die Durchsetzung dieses Gesetzes ist keine Landes-, sondern eine kommunale Aufgabe“, sagt Eschweges Bürgermeister Alexander Heppe, der eine hessenweit einheitliche Regelung bevorzugt hätte. „Nun bekommen die Städte und Gemeinden ein wenig den Schwarzen Peter zugeschoben.“ Heppe rechnet mindestens mit einer „Stressphase“ für die zuständigen Ordnungsbehörden während der Umstellung, hält aber auch eine Klagewelle der Spielhallenbetreiber nicht für ausgeschlossen. 

„Hier prallen verschiedene Interessen aufeinander“, bestätigt Andrea Böhnke. Denn weniger Umsätze bedeuteten auch weniger kommunale Steuereinnahmen. „Diese stehen jedoch in keinem Verhältnis zu der Summe, die aufgebracht werden muss, um den Ausfall von Arbeitskraft, Therapien, Behandlungen und Privatinsolvenzen zu kompensieren.“

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