Mittelkürzung und Nutzungsgebühr für Hallen in der Kritik

Sportkreis will nicht für Schutzschirm bluten

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Werra-Meißner. Der Sportkreis Werra-Meißner verlangt vom Kreis sowie Städten und Gemeinden, die Sportvereine von den Einsparungen auszunehmen, die der kommunale Schutzschirm mit sich bringt. „Das ist für viele Vereine eine Frage des Überlebens“, sagt der stellvertretende Sportkreisvorsitzende Joachim Kraus. Er weist die Vorhaben in den Kommunen zurück, den Vereinen die Sportförderung zu kürzen, Geld für Hallenbenutzung zu fordern und ihnen Aufgaben zu übertragen, die bisher von den Kommunen erledigt wurden.

Die Sportvereine leisteten einen wichtigen Beitrag für die Gesundheit der Bevölkerung und hätten, vor allem im ländlichen Raum, eine wichtige soziale Funktion.

Am Beispiel des mitgliederstärksten Sportvereins der Kreisstadt Eschwege, des ETSV, rechnet er vor: „Der etwa 1000 Mitglieder zählende Verein nutzt an 2865,5 Stunden im Jahr Sporthallen. Eine Nutzungsgebühr von zehn Euro pro Stunde, würde eine Summe von 28.655 Euro für den Verein bedeuten“, so Kraus. Der Landesrechnungshof halte eine Nutzungsgebühr von 27 Euro pro Stunde für angemessen, was zu einem Jahresbetrag von etwa 77.000 Euro führen würde. „Das bedeutet für jedes Vereinsmitglied eine Erhöhung des Mitgliedsbeitrags um 77 Euro“, so Kraus.

Zwar nimmt Eschwege nicht am Schutzschirm teil, ist aber von der Kommunalaufsicht mit ähnlich hohen Auflagen belastet. „Zur Sportförderung zählt auch die kostenlose Überlassung von Sportstätten“, heißt es in einer Resolution des Sportkreises.

Bedenken hat der Sportkreis, wenn es um die Übertragung von Aufgaben geht, die bislang die Gemeinde übernommen hat, etwa den Rasen auf den Sportplätzen zu mähen. „Damit wird sozusagen ein künstliches Ehrenamt geschaffen“, sagt der für Sportinfrastruktur zuständige Sportkreis-Vize Horst Hartmann.

Von Dieter Salzmann

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