Vorwurf: Steuerhinterziehung und Sozialabgabenbetrug

Staatsanwalt ermittelt gegen Eschweger Taxibetrieb

+

Eschwege. Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung und Sozialabgabenbetrug: Die Staatsanwaltschaft Kassel ermittelt derzeit gegen ein Eschweger Taxiunternehmen.

„Wir ermitteln wegen des Verdachts der Schwarzarbeit, insbesondere geht es dabei um den Verdacht des Vorenthaltens von Arbeitnehmerbeiträgen zur Sozialversicherung“, sagt Dr. Götz Wied, Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel. Nach Informationen unserer Zeitung soll es sich dabei um einen Schaden im sechsstelligen Bereich handeln. Der Vorwurf: Mitarbeiter sollen sozialversicherungsrechtlich nicht beziehungsweise unzutreffend als Geringverdiener angemeldet worden sein.

Bereits Ende 2012 habe es laut Wied in dem betroffenen Unternehmen eine Hausdurchsuchung gegeben, das Verfahren laufe aber noch. Unterlagen, die unserer Zeitung vorliegen, bestätigen, wie systematisch das Taxiunternehmen mit angegliedertem Transport- und Mietwagenservice vorgegangen ist. Abrechnungsbeläge vermeintlicher Fahrer zeigen, dass sie keinerlei Fahrten absolviert, aber dennoch den Geringverdienersatz, derzeit 450 Euro, verdient haben. Allerdings nur auf dem Papier, denn mit diesem Geld wurde tatsächlichen Fahrern des Unternehmens der Betrag ausgezahlt, den sie über das Zulässige einer geringfügigen Beschäftigung beziehungsweise dem Zuverdienst zum Arbeitslosengeld hinaus verdient haben.

Die vorliegenden Unterlagen belegen, dass einige Fahrer mehrere Hundert Euro mehr als offiziell angemeldet mit nach Hause genommen haben. Die offiziellen Abrechnungsbeläge seien demnach gefälscht und die korrekten Fahrtennachweise vernichtet worden. Auf diese Weise sollen auch die Eigentümer in die eigene Tasche gewirtschaftet haben. Dazu kommen laut den Unterlagen nicht offiziell verbuchte Geldbeträge von Bar abgerechneten Fahrten, die mit dem zum Unternehmen gehörenden Mietwagen- sowie dem Transportservice gemacht wurden. (dir)

Kommentare