Stadt will keine Ponys auf dem Johannisfest

20100715

Eschwege. Auch im kommenden Jahr wird es auf dem Rummel des Eschweger Johannisfests kein Ponyreiten geben. Der Magistrat hat sich auch von der Klageandrohung eines Schaustellers nicht beeindrucken lassen.

Auch mit seiner Klageandrohung hat der Betreiber einer Western-Reitbahn nicht durchsetzen können, dass er einen Standplatz auf dem Johannisfest-Rummel in Eschwege bekommt. Der Magistrat der Kreisstadt widersprach mehrheitlich einem Beschlussvorschlag der Verwaltung, die die Zulassung der Ponyreitbahn empfohlen hatte, um der drohenden gerichtlichen Auseinandersetzung auszuweichen. Inzwischen ist allerdings die Widerspruchsfrist verstrichen, ohne dass der Schausteller die Entscheidung angefochten hatte.

„Wir haben die Gestaltungshoheit, und davon haben wir Gebrauch gemacht“, verteidigt Bürgermeister Alexander Heppe die Entscheidung.

„Das Segment Ponyreitbahn passt nicht in unsere Festplatzgestaltung“, erklärt Organisationschef Uwe Gondermann. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich das Unternehmen um einen Standplatz auf dem Rummelplatz beworben und ebenfalls eine Absage erhalten. Schon 2015 begründete die Kreisstadt die Ablehnung mit ihrer Gestaltungshoheit.

Auch für dieses Jahr sprach sich die Festplatzjury mehrheitlich gegen die Ponyreitbahn aus. Mit seiner Bewerbung für das Johannisfest 2016 kündigte der Schausteller einen Rechtsstreit an, für den Fall, dass er bei der Vergabe mit seiner Ponyreitbahn erneut nicht berücksichtigt wird. Anderenorts war es dem Schaustellerbetrieb gelungen, einen Standplatz mit seiner Klageandrohung durchzusetzen. In die Auseinandersetzung mit der Kreisstadt hatte sich auch der Deutsche Schaustellerbund eingeschaltet.

Bürgermeister Heppe berichtet, dass auch die tierschutzrelevanten Aspekte diskutiert worden seien, ohne dass das die Zuständigkeit der Stadt sei. Neben vielfältigen anderen Missständen spielte insbesondere die von den übrigen Fahrgeschäften ausgehende Lautstärke auf dem Rummelplatz eine Rolle.

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