Stadtwerke sind im Gespräch

Stadt will Buslinie wieder selbst übernehmen

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Aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken: Die blauen Stadtbusse. Aber sie kosten die Stadt viel Geld.

Eschwege. Eschwege will die drei Stadtbuslinien in kommunale Trägerschaft zurückführen. Der Magistrat hat zum 1. Dezember  den Vertrag mit der Nahverkehrsgesellschaft Werra-Meißner GmbH gekündigt und will nun prüfen lassen, ob sich das Betreiben der Stadtbusse in Eigenregie günstig auf den Haushalt auswirkt.

Bisher hat die Nahverkehrsgesellschaft des Kreises sowohl die Trägeschaft für die drei Stadtlinien als auch für die Überlandbusse. Das Defizit, das die Stadt Eschwege zu tragen hat, liegt für die überörtlich verkehrenden Busse bei zirka 110 000 Euro jährlich, der Stadtbus verursacht ein Jahresdefizit von rund 230 000 Euro im Jahr.

Im Laufe des kommenden Jahres will die Stadt prüfen, ob es für sie günstiger ist, beispielsweise den Stadtwerken die Trägeschaft für die Stadtbusse zu übertragen.

Dabei gibt es zwei mögliche Optionen: Die Stadtwerke schließen Verträge mit Busunternehmen oder die Stadtwerke schaffen eigenen Fahrzeuge an und betreiben die Linien komplett in eigener Regie.

Hintergrund ist, dass die Stadt selbst von einem defizitären Betreiben der Stadtbuslinie über die Stadtwerke als ihrer 100-prozentigen Tochter über den sogenannten steuerlichen Querverbund profitieren könnte. Ähnlich wie bei der Gewinnentnahme aus den Stadtwerken, für die die Stadt knapp die Hälfte wieder an Körperschaftssteuer zahlen muss, könnte sie mit einem Defizit, das die Stadtwerke erwirtschaften, verfahren und so den Verlust halbieren.

Die nächsten Monate will die Stadt nutzen, um von Gutachtern verschiedene Modelle der Rekommunalisierung der Stadtbuslinien durchrechnen zu lassen. Sollte sich das Projekt nicht als entlastend für die Stadt rausstellen, kann der Vertrag mit der Nahverkehrsgesellschaft Werra-Meißner neu geschlossen werden.

Aber eines steht fest: „Wir wollen den Stadtbus unbedingt behalten“, so Alexander Feiertag (SPD), Vorsitzender des Bau- und Planungsausschusses, in dem die Entscheidung am Dienstagabend gefallen war.

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