Regionalversammlung Nordhessen tagt

Standorte für Windräder in Nordhessen: Entscheidung fällt am 7. Oktober

Nordhessen. Die Entscheidung darüber, wo in Nord- und Osthessen künftig Windenergieanlagen errichtet werden dürfen, wird nun am Freitag, 7. Oktober, fallen.

An diesem Tag befindet die Regionalversammlung Nordhessen, die in Fragen der Landesplanung Bindeglied zwischen den Kommunen der Region und der Landesregierung ist, über die Standorte. Das erklärte Michael Conrad, Sprecher des Regierungspräsidiums (RP), am Donnerstag auf Anfrage unserer Zeitung.

Die Vorentscheidung fällt allerdings bereits Ende August: Am Montag, 29. August, tritt in der Sache in Kassel der Haupt- und Planungsausschuss der Regionalversammlung zusammen.

Eigentlich sollte der Regionalplan Energie längst verabschiedet sein. Ursprünglich wollte die Regionalversammlung bereits im Herbst 2015 über die so genannten Vorranggebiete für Rotoren abstimmen. Der Zeitplan wurde jedoch durch die unerwartet große Zahl von Einsprüchen durchkreuzt. Nach der Veröffentlichung der vorgesehenen Standorte für Windräder gingen beim RP rund 32.000 Beschwerden ein. Die Einspruchsfrist lief Ende Mai 2015 ab.

In dem Entwurf für den Regionalplan Energie hatten die Planer zuletzt insgesamt 188 Flächen in Nord- und Osthessen für die Anlagen vorgesehen. Der Landesentwicklungsplan sieht vor, im Regierungsbezirk Kassel 16.600 Hektar für Windkraftanlagen auszuweisen. Dies entspricht zwei Prozent der Fläche.

Sobald der Regionalplan Energie in Kraft tritt, dürfen nur noch auf den darin ausgewiesenen Flächen Rotoren aufgestellt werden. Doch auch gegenwärtig dürfen Windräder errichtet werden. Grundlage für die Genehmigung ist derzeit aber noch das Bundesimmissionsschutzgesetz.

Nach seinen Vorschriften wurden unter anderem Windkraftanlagen der Städtischen Werke Kassel in der Söhre und am Sandershäuser Berg bei Niestetal sowie auf dem Rohrberg bei Helsa errichtet.

Zu den Windkraftflächen im Landkreis Kassel, die in dem zur Abstimmung stehenden Regionalplan Energie aufgeführt sind, zählt auch der umstrittene Standort Windhausen zwischen Niestetal-Heiligenrode und Nieste.

Die Kommunen Niestetal, Kaufungen und Nieste drohen mit einer Klage gegen den Regionalplan für den Fall, dass es grünes Licht für den Standort gibt.

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