Statt Smartphone mehr Zeit fürs Kind: Plakate sollen Eltern wachrütteln

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Vernetzt durch Smartphones

Eschwege. Eltern sollen sich im Beisein ihrer Kinder weniger mit dem Smartphone beschäftigen. Darauf will ein nordhessischer Arbeitskreis hinwirken, an dem sich auch der Werra-Meißner-Kreis beteiligt.

Wenn Mama oder Papa ständig mit dem Handy telefonieren, Nachrichten schreiben und sich auf das Display konzentrieren, kann das bei Kindern das Gefühl auslösen, weniger wichtig zu sein. Eltern werden deshalb in den kommenden Wochen über Plakate und Postkarten dazu aufgefordert, ihren Smartphone-Konsum im Beisein ihres Kindes kritisch unter die Lupe zu nehmen.

Kampagne

Unter dem Motto „Sprechen Sie mit Ihrem Kind“ will das Fachgebiet „Frühe Hilfen“ des Werra-Meißner-Kreises in Kindertagesstätten, in Kinderarztpraxen, in Beratungsstellen und Familienzentren darauf hinweisen, mehr Zeit mit den eigenen Kindern als mit dem Sartphone zu verbringen.

Smartphones und Babys

Gerade für Babys und Kleinkinder sei der direkte Kontakt von Angesicht zu Angesicht zur erwachsenen Bezugsperson besonders wichtig, um zentrale Entwicklungsschritte in der Sprachentwicklung aber auch der zwischenmenschlichen Interaktion erfolgreich meistern zu können, heißt es von Seiten des Arbeitskreises „Frühe Hilfe“, in dem sich verschiedene nordhessische Landkreise zusammengeschlossen haben. Die Babys und Kleinkinder benötigten direkte Ansprache und Reaktion auf eigene Äußerungen, intensive Zuwendung und Beachtung.

Einfache Maßnahmen

Für Mütter und Väter empfiehlt der Arbeitskreis einfache Maßnahmen: „Sie könnten sich zum Beispiel vornehmen, gerade auch die alltäglichen Situationen mit dem Kind ganz bewusst miteinander zu erleben und so lange das Smartphone in dieser Zeit „links liegen zu lassen“. Das kann der tägliche Spaziergang mit dem Kinderwagen sein, der Besuch auf dem Spielplatz, aber auch der Termin beim Kinderarzt oder das morgendliche Verabschieden in der Kita.“

Dabei wolle man keineswegs die modernen Medien pauschal verurteilen, sondern für einen bewussten Umgang gerade im Beisein mit den eigenen Kindern plädieren, um die Bedürfnisse der Kinder nach Zuwendung und Aufmerksamkeit im Blick zu behalten. (ts)

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