Staubige Nasen in Frankfurt geholt

Eschweger THW half bei Hochhaussprengung in Frankfurt

Alles klar zur Sprengung: Ein Mitarbeiter einer Sprengfirma macht im Frankfurter AfE-Hochhaus eine Ladung scharf. Foto: THW

Eschwege. Acht Mitglieder des Technischen Hilfswerks (THW) aus Eschwege waren bei der spektakulären Sprengung des FrankfurVormittag mit im Einsatz. „Es hat ordentlich gerumst, die Erde hat gebebt, und wir haben uns alle staubige Nasen geholt“, sagte Michael Kuß-Schönzart, Zugführer beim Eschweger THW. Die Aufgabe des Eschweger Trupps war es, das Gelände zu sichern und dafür zu sorgen, dass sich keine Menschen mehr im Gebäude oder in dessen Nähe aufhalten.

Dazu stellte der Trupp Absperrgitter auf, kontrollierte Wege und die Umgebung, die in zwei Sicherheitszonen aufgeteilt war.

„Wir sind um drei Uhr früh gestartet, denn wir mussten uns um sechs Uhr an der Einsatzstelle melden“, sagte Kuß-Schönzart. Dort wurde den Eschweger THW-Leuten gesagt, was sie zu tun hätten. „Für uns war es eine sehr spannende Erfahrung, denn die Sprengung eines Hauses erlebt man nicht alle Tage“, so Zugführer Kuß-Schönzart.

Hintergrund: Sprengung des AfE-Turms der Frankfurter Uni

Noch nie ist in Europa ein höheres Gebäude gesprengt worden: In Frankfurt am Main wurde am Sonntag ein 116 Meter hohes früheres Uni-Hochhaus in die Luft gejagt. In wenigen Sekunden fiel der sogenannte AfE-Turm in sich zusammen.

Mehrere tausend Schaulustige verfolgten die spektakuläre Sprengung in den Straßen des Frankfurter Stadtteils Bockenheim. Kurz nach 10 Uhr am Sonntagmorgen zündete Sprengmeister Eduard Reisch die in 1400 Bohrlöchern steckende Sprengladung von insgesamt 950 Kilogramm.

Zunächst sackte das äußere Betonskelett zusammen, wenige Sekunden danach fiel planmäßig der Rest des Turms zu Boden. Der Knall war im ganzen Stadtgebiet zu hören, kurzzeitig bildete sich eine große Staubwolke. Das Gebiet rund um den früheren Uni-Turm der „Abteilung für Erziehungswissenschaften“ (AfE) war zuvor weiträumig abgesperrt worden. (D.S)

Bilder der Sprengung

Sprengung des AfE-Turms in Frankfurt

Eine besondere Herausforderung für die Sprengung lag darin, dass das Hochhaus in einem dicht bebauten Gebiet der Stadt stand. Auch das bekannte Senckenberg-Museum ist nicht weit entfernt, eine U-Bahn-Trasse verläuft in unmittelbarer Nähe. Der AfE-Turm wurde 1972 gebaut.

Bis März 2013 wurden in dem Hochhaus noch Gesellschaftswissenschaftler und Pädagogen ausgebildet. Mittlerweile sind auch sie auf dem neuen Uni-Campus im Frankfurter Westend beheimatet. Das frei werdende Areal ist Teil des geplanten Kulturcampus, den die stadteigene Wohnungsgesellschaft ABG auf dem früheren Uni-Gelände errichten will.

Wo bisher der Uni-Turm stand, könnten zwei Hochhäuser mit einer Höhe von bis zu 100 beziehungsweise 140 Metern entstehen.

Rund 500 Helfer, davon 400 vom Technischen Hilfswerk, waren im Einsatz. Darunter auch Ortsverbände aus Nordhessen: Melsungen, Eschwege, Großalmerode, Rotenburg, Homberg/Efze, Neu-Eichenberg, Bad Wildungen, Dillenburg und Frankenberg.

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