Es steckt viel Fritsche drin

Keine Fragen mehr offen: Neues Eschwege-Lexikon offiziell vorgestellt

Das Ergebnis jahrelanger Arbeit: Herbert Fritsche (rechts) ist der Verfasser des neuen Eschwege-Lexikons, Stadtarchivar Karl Kollmann übernahm die Bearbeitung. Foto: Deppe

Eschwege. Ein bisschen ärgert es Herbert Fritsche schon, dass sein gestern vorgestelltes Eschwege-Lexikon mit dem Begriff „Abdeckerei“ beginnt. Viel lieber sei ihm doch der Abendmahlskelch gewesen. „Aber da macht uns das Alphabet einen Strich durch die Rechnung“, sagt der 81-Jährige, der sich bei der Präsentation im Rathaussaal bestens gelaunt zeigte.

Es ist ein wahres Mammutprojekt, das gestern seinen vorläufigen Höhepunkt fand. Über Jahrzehnte hatte Fritsche Informationen über die Kreisstadt gesammelt und schriftlich festgehalten. „Ich bin ein Sammlertyp aus der Zeit der Zettel- und Karteikästen“, sagte er. Erst als Michael Kreißler ihm den Anstoß gab, sein Wissen in ein Lexikon umzuwandeln, setzte Fritsche sich mit dem Computer auseinander. Am Ende kamen dabei mehr als 1670 vollgeschriebene Seiten heraus, die Stadtarchivar Karl Kollmann bearbeitete. Um den Umfang erhalten zu können, laufen die Texte jetzt zweispaltig. „Möglicherweise wird man auch eine Brille brauchen, um alles gut lesen zu können“, sagte Fritsche mit Blick auf die eher kleinen Buchstaben.

Aber was man dann liest, trägt unverkennbar Fritsches Handschrift. Denn die Artikel enthalten zwar alle wesentlichen Informationen, sind aber nicht zwangsläufig sachlich nüchtern verfasst. Ein Schmunzeln bleibt dabei ebenso wenig aus, wie manch kurze Anekdote. Die findet man bei Artikeln über die Eschweger Straßennamen, die alle vertreten sind oder bei bekannten Persönlichkeiten, Bräuchen oder Ereignissen. Wer fortan etwas über die Kreisstadt wissen will, findet hier die Antwort. Hilfreich bei der Suche sind zudem die etlichen Querverweise. Wer beispielsweise den Begriff „Stad“ nachschlägt, erfährt dort, dass es auch Artikel über die Werrabrücke und die verkehrsberuhigte Zone gibt. Selbst Historiker Kollmann gab an, sich in den vergangenen Jahren schon an den Informationen des Manuskripts bedient zu haben. „Wenn ich das jetzt so sehe, scheint meine Anfangsidee keine schlechte gewesen zu sein“, sagte Fritsche. Schade sei nur, dass Lexika bei ihrem Erscheinen immer schon veraltet seien, spielte er auf Todesfälle und Straßenumbenennungen an.

Für den von Fritsche unerwarteten Höhepunkt der Präsentation hatten sich die Stadtverordneten etwas einfallen lassen. Den von seinem neuen Status als Ehrenbürger erfuhr der Autor aus seinem eigenen Werk. Den Eintrag zu ihm selbst und die Liste der Ehrenbürger hatte Kollmann kurzerhand in der Schlussredaktion noch auf den neuesten Stand gebracht.

Von Lasse Deppe

 

Das Lexikon in Zahlen

6 Jahre ist es her, das Michael Kreißler Fritsche angeregt hatte, sein Wissen über Eschwege in einem Lexikon zu veröffentlichen.

39 Euro kostet das Buch, das ab sofort in den Eschweger Buchhandlungen oder im Stadtarchiv zu kaufen ist.

600 beträgt die erste Auflage des Buches, dessen Herausgeber die Historische Gesellschaft des Werralandes ist.

848 Seiten hat das Eschwege-Lexikon. Eine farbliche Abstufung am Seitenrand hilft bei der schnellen Suche.

1840 Gramm wiegt das Buch, das damit immer noch leicht zu handhaben ist.

 

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