Hospiz-Mitarbeiter befürworten Suizid-Beihilfe durch Ärzte

Sterbehilfe-Debatte spaltet den Landkreis

Werra-Meißner. Die mögliche Liberalisierung der Sterbehilfe in Deutschland entzweit den Werra-Meißner-Kreis. Während Vertreter von Hospizdiensten eine explizite Erlaubnis zur ärztlichen Suizid-Beihilfe befürworten, kommt Kritik an den Plänen von Ärzten und Kirchenvertretern.

So unterstützt Andrea Umbach, hauptamtliche Koordinatorin der Hospiz- und Demenzbetreuung in Bad Sooden-Allendorf, den jüngsten Vorschlag einiger Bundestagsabgeordneter: Per Gesetz sollen Ärzte Beihilfe zum Suizid geben dürfen – in engen Grenzen und im Falle von quälenden, unheilbaren Krankheit.

„Man muss sterbenden Menschen bestmögliche Beratung geben. Entscheidet sich der Patient für den Suizid, sollte dies akzeptiert werden.“ Umbachs Hospiz ist das älteste in Nordhessen. Hier wurden im vergangenen Jahr 42 Sterbende betreut. „Die Zahl war zuletzt steigend“, so Umbach.

Kritik von ärztlicher Seite kommt von Dr. Harald Dippel, Palliativ-Mediziner am Gesundheitszentrum Gelstertal. „Es ist unser höchstes Gebot, dass wir dem Leiden und einem damit verbundenen Todeswunsch der Patienten mit medizinischer Versorgung begegnen. Ich finde eine legalisierte Sterbehilfe moralisch verwerflich.“ So sieht es auch die Bundesärztekammer.

Auch Kirchenvertreter sprechen sich gegen eine Liberalisierung der Sterbehilfe aus. Die Witzenhäuser Dekanin und Vertreterin der Kurhessischen Landeskirche, Ulrike Laakmann, sagt, sie respektiere Patienten, Angehörige, Pfleger und Ärzte, „die an der Grenze des Lebens um die richtige Entscheidung ringen“. Aber das Leben sei von Gott geschenkt. Dem ein Ende zu setzen, „liegt nicht in meiner Hand.“

Ebenfalls Kritik äußert Norbert Lomb, katholischer Pfarrer in Großalmerode: „Ein Punkt ist die Verantwortung, die dem Arzt übertragen wird, bei einer Selbsttötung mitzuhelfen.“

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