Spenden werden immer wichtiger, um Projekte fortzusetzen

Stiftungen leiden unter niedrigen Zinsen

Werra-Meißner. Sie wollen helfen, sie wollen unterstützen und fördern – doch Stiftungen leiden derzeit ebenso wie Sparer unter den anhaltend niedrigen Zinsen. Die Erträge schrumpfen und das bedroht die Förderarbeit und Unterstützung der Einrichtungen.

Auch im Werra-Meißner-Kreis haben Stiftungen die Auswirkungen der Niedrigzinsen bereits zu spüren bekommen. „Das merken wir ganz gewaltig“, sagt Fritz Kaufmann, der unter anderem Vorstandsvorsitzender der Mathias-Kaufmann-Stiftung in Hessisch Lichtenau und Gründer der Stiftung Krankenhaus Fürstenhagen ist. Kaufman weist vor allem darauf hin, dass die Inflationsrate die Zinsrate schon überholt hat. „Wir fragen uns, wie es da noch möglich sein soll, unser Stiftungskapital wie gefordert zu erhalten“, erklärt er.

Auch Ursula Baumgärtel-Blaschke, Vorsitzende der Bürgerstiftung Werra-Meißner, kennt die Probleme, die sich durch niedrige Zinsen ergeben. „Bei uns ist es noch nicht akut, aber wir müssen uns mit dem Thema beschäftigen“, sagt sie. „Bei uns laufen Verträge aus, und wir müssen genau schauen, wie wir das Geld wieder anlegen.“

Sowohl für die Bürgerstiftung als auch für die Kaufmann-Stiftung kommen spekulative Anlagen, nicht nur aus rechtlichen Gründen, auf keinen Fall in Frage.

Beide Stiftungen bemühen sich somit vermehrt um Spenden. „Wir haben das Glück, immer wieder kleinere und größere Beträge zu erhalten“, sagt Kaufmann. „Mal gibt ein Ehepaar 5000 Euro, mal bekommen wir von anderen 200 Euro. Wir sind froh über jeden Beitrag.“ Froh vor allem deshalb, weil ein größerer Spendenbetrag, der in den vergangenen drei Jahren eingegangen sei, künftig nicht mehr fließen werde.

Kaufmann macht aber auch deutlich, dass das Engagement der Stiftung durch die Probleme nicht zurückgehen wird. ZUM TAGE, Hintergrund

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