Eschweges neuestes Hotel eröffnet in Brückenhausen

Frühstücksraum: Die Betreiber bieten ihren Gästen ein Frühstück zum Start in den Tag an. Foto: Eschstruth lopri.com/nh

Eschwege. „Wir haben jede Wand aufgerissen, jede Leitung wurde neu verlegt“, sagt Dieter Kühnemund beim Rundgang durch Eschweges neuestes Hotel. Am übernächsten Samstag eröffnet er gemeinsam mit seiner Ehefrau Sabine die Villa Ponte Wisera. Im vergangenen Dreivierteljahr hat das Unternehmerehepaar die Jugendstilvilla an der Brückenstraße, in der zuletzt die Waldorfschule untergebracht war, zum Hotel garni mit dreizehn Zimmern umgebaut.

„Wir haben etliche hunderttausend Euro investiert“, sagt Kühnemund. Die Gäste dürfen sich auf komfortable Zimmer, Frühstücksbuffet und in der warmen Jahreszeit auf Biergarten und Café direkt an der Werra freuen. Seit einigen Jahren habe er bereits nach einem geeigneten Projekt gesucht, mit dem Ziel, etwas gegen den Verfall erhaltenswerter Gebäude in der Kreisstadt zu tun. Als die Waldorfschule die Jugendstilvilla aufgab, hat der Bauunternehmer 2012 das Gebäude gekauft. Ursprünglich sollten Wohnungen entstehen.

„Das war aber dann doch nicht das, was wir wollten“, erzählt Kühnemund. In einem Gespräch mit der Geschäftsführerin der Touristinformation, Jutta Riedl, beschlossen Sabine und Dieter Kühnemund de: Es wird ein Hotel. „Wir hatten riesiges Glück“, berichten die Unternehmer über das Genehmigungsverfahren mit Kreisbauamt, Brand- und Denkmalschutz, von vielen „vernünftigen Gesprächen“ zwischen Architekt Ludwig Lieberknecht und den beteiligten Behörden.

Vor allem die Brandschutzauflagen hätten viel Geld gekostet: Die Meldeanlage ist direkt mit der Feuerwache verbunden. Der Dachstuhl musste komplett erneuert werden, das Dach selbst wurde stilecht mit Schiefer eingedeckt. Am Werraarm musste eine neue Stützmauer gebaut werden, die Zimmer bekamen edle Marmorbäder und sind großzügig geschnitten. Alte Holzböden wurden aufgearbeitet und erhalten.

Die Lage in Brückenhausen in der Nähe zu Innenstadt und zu Attraktionen wie dem Werratalsee machen das Hotel interessant für Touristen. Zur Wirtschaftlichkeit benötigt die Villa Ponte Wisera eine Auslastung von 30 Prozent. 40 bis 50 Prozent sind nach Einschätzung der Betreiber realistisch. Über das Johannisfest ist das Haus bereits ausgebucht.

Von Harald Sagawe

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