Privatleute dürfen Mittel nur in Ausnahmefällen verwenden

Streusalz: Kommunen schränken Nutzung ein

Werra-Meißner. Viele Städte und Kommunen im Werra-Meißner-Kreis geben vor, dass Privatleute Streusalz nur in Ausnahmefällen benutzen sollten. Ein ausdrückliches Verbot gibt es in den von uns befragten Kommunen jedoch nicht.

In der Straßenreinigungssatzung der Stadt Witzenhausen heißt es etwa, als Streumaterial seien „vor allem Sand, Splitt und ähnlich abstumpfendes Material zu verwenden“. Salz dürfe „nur in geringen Mengen zur Beseitigung festgetretener Eis- und Schneerückstände“ verwendet werden. Was genau unter „geringen Mengen“ zu verstehen ist, ist nicht festgelegt. „Spätestens nach der Frostperiode“ seien die Salz-Rückstände zu beseitigen. Die gleiche Regelung haben die Gemeinden Berkatal und Meißner sowie die Städte Bad Sooden-Allendorf und Herleshausen.

Auch die Stadt Eschwege schreibt Privatleuten vor, nur in geringen Mengen Salz einzusetzen und nur „wenn es keine Schwefelverbindungen oder andere schädliche Mittel enthält“. Wenn Salz übermäßig eingesetzt werde, entziehe es den Pflanzen, die es im Winter ohnehin schwerer haben, das Wasser, sagt Markus Köthe, stellvertretender Leiter des Baubetriebshofs Eschwege. Man könne aber nicht jeden Bürger kontrollieren, ob er sich an die Vorschriften halte, erklärt Köthe. Bußgeld bei Verstoß verhänge man nicht.

Herbert Rößler, Bauhofleiter der Stadt Sontra, hingegen sagt, Salz sei „das ungefährlichste, wirtschaftlichste Mittel“ zum Streuen bei Glätte. Auch unter Aspekten des Umweltschutzes sei Streusalz nicht bedenklich. Im Gegensatz zu Splitt löse sich Salz auch in der Kanalisation auf. Die Stadt Sontra mache Privatleuten daher keine Einschränkungen beim Nutzen von Streusalz.

Von Marc Hörcher

Hintergrund

Streusalz besteht zum großen Teil aus Koch- oder Steinsalz, also Natriumchlorid. Das Salz senkt den Gefrierpunkt des Wassers. So hat Meerwasser bei einer Salzkonzentration von 3,5 Prozent einen Gefrierpunkt von minus 1,9 Grad Celsius, eine gesättigte Kochsalzlösung (356 g Natriumchlorid pro Liter Wasser) hat einen Gefrierpunkt von minus 21 Grad Celsius. Die Vereisung von Wegen kann also bis minus 10 Grad Celsius mit normalem Natriumchlorid-Streusalz beseitigt werden. Da Streusalz die Umwelt gefährden kann, können etwa Vulkangranulat und Asche als Alternative dienen, sagt Markus Köthe, stellvertretender Leiter des Baubetriebshofs Eschwege. (mah)

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