Open Flair sieht Mängel in Ton- und Lichtqualität sowie in Bedienbarkeit

Stadthalle: Technik vom Billighersteller

Die neue Stadthalle: Licht- und Tontechnik sowie die Bedienbarkeit genügen nicht den Ansprüchen des Hallenmanagements. Sollen Scheinwerfer neu ausgerichtet werden, muss ein Teil der Bestuhlung demontiert werden. Foto: Sagawe

Eschwege. Bürgermeister Alexander Heppe führt die schlechte Tonqualität in der Stadthalle darauf zurück, dass die Lieferfirma die Technik noch nicht komplett eingemessen hat. „Damit die Stadthalle optimal funktioniert“, so Heppe, „haben wir Open Flair in die Bestellung der Technik eingebunden.“

Hans-Georg Albarus, der betont, dass sein Ingenieurbüro die Technik nicht geplant, sondern lediglich das Ausschreibungsverfahren begleitet habe, erklärt: „Wir hatten Vorgaben von Herrn Feiertag, danach ist ausgeschrieben und bestellt worden.“ Albarus räumt allerdings ein, dass im Ausschreibungstext nicht explizit ein bestimmter Hersteller als Bedingung genannt worden sei, sondern von einem Fabrikat „oder gleichwertig“ die Rede gewesen sei. Und genau da liegt nach Einschätzung von Open-Flair-Geschäftsführer Alexander Feiertag das Problem: Die Technik sei eben nicht gleichwertig, und zwei Einmessversuche seien bereits gescheitert. „Tatsächlich sind Produkte von Billigherstellern bestellt worden, die in allen Bühnenanweisungen von Künstlern ausgeschlossen sind.“ In solche Entscheidungen eingebunden sei das Open Flair eben nicht gewesen.

Neben der mangelhaften Tonqualität ist die gekaufte Technik nach Angaben Feiertags auch nicht kompatibel mit in der Region erhältlichen Leihgeräten, die zur Ergänzung des Equipments bei anspruchsvolleren Veranstaltungen erforderlich seien.

Schwierigkeiten bereitet darüber hinaus die Lichttechnik. Die Auswahl falscher Geräte wird von Open Flair ebenso genannt, wie fehlende Bedienerfreundlichkeit. So müsse für jede Veränderung in der Ausrichtung der Bühnenbeleuchtung die Hebebühne in den Saal gefahren werden, weil die Scheinwerfer vom Hallenboden nicht anders zu erreichen sind. Die Beleuchtung könne nicht ferngesteuert werden, nicht einmal mechanisch mit Teleskopstangen, kritisiert Feiertag: „Wenn ein Künstler kurz vor seinem Auftritt feststellt, dass das Licht nicht stimmt, muss die Hebebühne in den Saal gefahren werden. Dafür muss fest montierte Bestuhlung wieder ausgebaut werden.“

Von Harald Sagawe

Kommentare