DGB fordert mehr Solidariträt

130 Teilnehmer verfolgten die Mai-Kundgebung in Eschwege

Mit Musik und hitzigen Reden: Der Deutsche Gewerkschaftsbund hatte am Sonntag zur Maikundgebung auf den Eschweger Obermarkt geladen. Rund 130 Zuhörer lauschten den Rednern und tanzten mit der Wanfrieder Musikgruppe Black and White. Fotos: Sennhenn

Eschwege. Die Sonne meinte es gut mit den 130 Gästen, die ihren Weg zur Maikundgebung des Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) auf dem Marktplatz fanden, um der traditionellen Kundgebung auf dem Obermarkt zu lauschen.

„Zeit für Solidarität“ – so lautete das Motto, unter dem die Redner, darunter Hauptrednerin Gisela Horstmann von Verdi Nordhessen, zum Tag der Arbeit ihre Forderung für mehr Solidarität und bessere Bedingungen insbesondere in der Arbeitswelt laut werden ließen. In seiner Begrüßung bezog Landrat Stefan Reuß den Solidaritätsbegriff darauf, Feinden des solidarischen Zusammenlebens den Kampf anzusagen: „Gerade jetzt, wo der AFD-Parteitag zusammensitzt und es strikt ablehnt, Arbeitskräfte aus dem Ausland anzuwerben, gilt es, Flagge gegen die Menschen zu zeigen, die Menschen gegeneinander aufhetzen, um denen keinen Nährboden für Extremismus zu geben.“ Reuß mahnte weiter gegen die Abschottungspolitik der EU-Länder. „Es muss uns Angst machen, wenn sich Länder immer mehr von der Solidarität abwenden aber gleichzeitig die Vorteile der Europäischen Union nutzen.“

Zwischen den Reden brachte die Wanfrieder Musikgruppe Black and White unter der Leitung von Wolfgang Lieberknecht die Zuhörer zum Tanzen. Lieberknecht griff selbst zum Mikrofon und kritisierte Investitionen in die Rüstungspolitik scharf: „Wenn Millionen Menschen Hungern und keinen Zugang zu Bildung haben, aber gleichzeitig Milliarden in Waffen investiert werden, dann zeugt das nicht von Solidarität. Wir müssen unsere politische Kultur ändern und uns aktiv einmischen.“ Anja Neumann vom DGB verteidigte das Mittel der Warnstreiks: „Die Arbeitgeber verstehen anscheinend keine anderen Signale als Warnstreiks. Wir erwarten endlich konstruktive Vorschläge seitens der Arbeitgeber und Respekt für unsere Arbeiter.“

Mai-Kundgebung des DGB in Eschwege

Hauptrednerin des Tages war Gisela Horstmann von Verdi: „Was auf uns zukommt ist keine Welle von Altersarmut, es ist ein Tsunami, wenn die Rente nur bei 43 Prozent liegt. Wir brauchen eine Rente, die nicht dazu führt, dass Menschen zum Sozialamt rennen und um Geld fürs Heizen und Essen betteln müssen.“

Von Lukas Sennhenn

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