Werbegeminschaft stellt das Eschweger Straßenfest in Frage

Thüringer-Straße-Fest: Händler sind enttäuscht

Eschwege. Der Frust unter den Gewerbetreibenden an der Thüringer Straße in Eschwege ist riesig: Denn trotz des sommerlichen Wetters ist ihr Straßenfest am Sonntag sprichwörtlich ins Wasser gefallen.

Die gleichzeitig stattfindende Eschweger Automobil-Ausstellung (EAA) mit verkaufsoffenem Sonntag in der Innenstadt habe die Besucher abgezogen, ist der einhellige Tenor der Geschäftsleute. „Das Stadtmarketing hat unsere Marke Straßenfest als Marketingaktion für die EAA genutzt, aber wir sind die, die jetzt in die Röhre schauen“, sagt Olaf Günther, Filialleiter von Raiffeisen Baustoffe und Vorsitzender der Werbegemeinschaft Thüringer Straße. 

„Der Sonntag war ein Fiasko“, sagt Katharina Hartmann von Hartmann Wohnideen. Man habe ein Programm organisiert und auch eine Menge Geld investiert, doch bei den wenigen Besuchern würde sich das nicht rechnen. Ob es nächstes Jahr überhaupt noch ein Fest in der Thüringer Straße geben wird, bleibt laut Günther offen: „Das werden wir in den kommenden Wochen entscheiden.“ Stadtmanager Wolf-Dietrich von Verschuer gibt zu, dass das Konzept, die EAA und das Fest der Thüringer Straße gleichzeitig stattfinden zu lassen, nicht aufgegangen ist. Er betont aber, dass das Straßenfest seinen Charakter als großes Event schon vor einiger Zeit verloren habe, da sich das Konsumentenverhalten verändert habe. „Ein neues Konzept war dringend notwendig und ich stehe zu dem Versuch“, sagt von Verschuer. 

Fest an der Thüringer Straße

Jetzt müsse man aus den Fehlern lernen und ein neues Konzept erarbeiten, wie die vier verkaufsoffenen Sonntage in Eschwege besser verteilt werden können, sodass alle Händler zufrieden sind. „Ich dachte es könnte gut klappen, aber der Weg zwischen Thüringer Straße und Innenstadt war für die meisten Besucher dann doch zu weit“, sagt von Verschuer. (mit eb)

Kommentar zum Straßenfest

"Des einen Freud ist des anderen Leid.“ Dieses Sprichwort passt perfekt auf den Sonntag: Denn während die Einzelhändler und Autohäuser in der Innenstadt sich über einen riesigen Andrang freuen konnten, hatten die Gewerbetreibenden in der Thüringer Straße das große Nachsehen. Laut Stadtmanager Wolf-Dietrich von Verschuer war die Zusammenlegung der beiden Großveranstaltungen ein Versuch, Eschwege als Ganzes gut zu vermarkten. Dass dies schief gegangen ist, sieht er ein.

Dass die Händler in der Thüringer Straße jetzt sauer sind, ist mehr als verständlich. Sie haben ein Programm für die ganze Familie vorbereitet, was auch Kosten verursacht hat, und dann sind die Besucher ausgeblieben. Ein frustrierendes und auch teures Erlebnis. Als Reaktion darauf jetzt das beliebte Straßenfest im kommenden Jahr ganz abzusagen, wäre aber falsch. Besser wäre es im Dialog mit dem Stadtmarketing einen Weg zu finden, die vier zur Verfügung stehenden verkaufsoffenen Sonntage in der Kreisstadt so zu verteilen, dass alle Händler zufrieden sind.

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