THW-Ortsverbände aus dem Kreis helfen beim Aufräumen am Hauptbahnhof Kassel

Eschwege/Kassel. Nachdem eine Sturmböe am Freitag das Dach einer Lagerhalle auf die Gleise des Kasseler Hauptbahnhofes geschleudert hatte, war das Technische Hilfswerk (THW) von Freitagabend bis zum frühen Sonntagmorgen mit insgesamt 235 Einsatzkräften aus 19 Ortsverbänden im Einsatz. Mit dabei waren auch Helfer aus den THW-Ortsverbänden Eschwege, Großalmerode und Witzenhausen.

„Wir hatten eine Fünfergruppe vom Team Räumen im Einsatz“, sagt Michael Kuß-Schönzart vom Eschweger THW. Im Vordergrund hätten das Freiräumen der Gleise sowie die Eigentumssicherung und das Absichern der restlichen Dachfläche gestanden.

Nachdem am Freitag gegen 16.30 Uhr das Dach des Lagergebäudes entlang der Gleise des Hauptbahnhofes in Kassel durch ein Unwetter auf die Gleise geschleudert sei, habe sich ein Bild der Verwüstung geboten, sagt Kuß-Schönzart: „Unter großen Stahlträgern lagen Holzbalken und Dachpappe aus der Dachkonstruktion vermischt mit Backsteinen aus der Mauer.“ Das Material sei durch den Wind über etliche Gleise verteilt worden und auch die Oberleitung hätte Schaden genommen.

Folgen eines Unwetters und Gewitters in Kassel: Der Hauptbahnhof war wegen eines herabgestürzten Daches und einer abgerissenen Oberleitung komplett gesperrt. Archivfoto: Koch

Alarmiert wurde das Technische Hilfswerk dann gegen 19 Uhr von der Berufsfeuerwehr Kassel. Doch zunächst hieß es abwarten: „Mit den Räumungsarbeiten konnte erst begonnen werden, nachdem die Fachgruppe Ortung aus Marburg mit ihren Trümmerhunden das Gelände überprüft hatte“, sagt Kuß-Schönzart. Glücklicherweise seien aber keine Personen unter den Trümmern geortet worden, sodass die Bergungsarbeiten in der Nacht starten konnten. Dafür sind die Helfer des THW mit starkem Gerät angerückt: Neben Trennschleifer sowie Ketten- und Rettungssägen zum Zerkleinern von Holz und Dachpappe kam auch ein Plasmaschneidegerät zum Einsatz, um die großen Stahlträger zu zerteilen. Viele Holzbalken wurden benötigt, um damit die Stahlträger zu stabilisieren.

In Handarbeit haben die Helfer dann die Trümmerteile in die Schaufeln der Räumgeräte verladen und abtransportiert. „Die ganze Einsatzstelle war durch die vielen schweren Geräte schlecht zugänglich, wodurch die Einsatzkräfte noch mehr gefordert wurden“, sagt Kuß-Schönzart. Zudem hätten Starkregen und Gewitter den Einsatz behindert, weshalb die Arbeit für die Helfer zum Teil äußerst schwierig und kräftezehrend wurde. Gegen 1 Uhr am Sonntagmorgen konnte der Einsatz erfolgreich beendet werden. „Insgesamt waren die Helfer aus Eschwege 16 Stunden unterwegs“, sagt Kuß-Schönzart. (red/dir)

• Wer Interesse hat sich im Technischen Hilfswerk zu engagieren, findet unter www.thw.dealle Infos.

Mehr zum Thema

Kommentare