Vorsitzender der Hessen-SPD zeigte sich im E-Werk von seiner privaten Seite

Tischgespräch mit TSG

Wie bei Schäfer-Gümbels am Mittagstisch: Thorsten Schäfer-Gümbel mit Moderatorin Gaby Papenburg beim Tischgespräch, im Regal stehen Schäfer-Gümbels Bücher. John Irving ist sein Lieblingsautor, verrät der SPD-Spitzenkandidat. Foto: W. Skupio

Eschwege. „Ich bin nicht nett“, das sagte Thorsten Schäfer-Gümbel am Mittwoch Abend im Eschweger E-Werk, wo sich der Vorsitzende der hessischen Sozialdemokraten und Spitzenkandidat auf das Amt des Ministerpräsidenten in einer zweieinhalbstündigen Veranstaltung vorstellte.

Nett sei negativ besetzt, er würde sich eher als freundlich bezeichnen, so Schäfer-Gümbel. Zunächst führte Gaby Papenburg – bekannt als Sat1-TV-Moderatorin – durch ein gemütliches Tischgespräch mit dem SPD-Vorsitzenden, in dem sich dieser allein von seiner privaten Seite zeigte.

Auf der Bühne eigens dafür aufgebaut war eine Wohnzimmerecke mit Esstisch, ein Bücherregal mit Büchern von Schäfer-Gümbel und Bildern von Gerhard Richter und Shanghai, seiner Lieblingsstadt.

Diese Sitzgruppe bildete gut 90 Minuten den Rahmen für den privaten, familiären Schäfer-Gümbel. An solch einem Tisch sei er mit dem ausgestattet worden, was er kann, schließlich sei schon in Schäfer-Gümbels Kindheit zu Hause am Mittagstisch politisch diskutiert worden, verriet er. Papenburg und Schäfer-Gümbel nahmen die Zuschauer erst mit auf eine Reise in dessen Kindheit und Jugend.

Die Krankheit des Vaters sorgte beispielsweise dafür, dass Schäfer-Gümbel als Ältester mit zwölf Jahren auch Verantwortung für die drei Geschwister übernehmen musste. Mit einer der Gründe, warum er heute in der Politik sei, schlussfolgerte Papenburg.

Es folgten Berichte aus Schulzeit, Studium und Beruf. Informationen, die eben für das Drittel der Wähler gedacht seien, die ihre Stimme aufgrund von Sympathien vergeben würden, sagte Schäfer-Gümbel später selbst. Von rund 150 Gästen im E-Werk waren immerhin ungefähr ein Drittel nicht in der SPD, wie parteiinterne Analysen noch am Abend ergaben. Potentielle Wähler also, die Schäfer-Gümbel am 22. September zum Politikwechsel in Hessen verhelfen könnten.

Nach einer kurzen Pause ging es dann für 45 Minuten auch um politische Inhalte. Der SPD-Vorsitzende beantwortete mit seinen Fraktionskollegen Lothar Quanz und Dieter Franz bis zum Schluss Fragen, die die Zuschauer vorher auf vorbereiteten Kärtchen einreichen konnten.

Von Wolfram Skupio

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