Staupe-Krankheit bei immer mehr Tieren

Werra-Meißner: Waschbären schleppen tödlichen Virus ein

Werra-Meißner. Massiv vermehrt haben sich die Waschbären im Werra-Meißner-Kreis. Das sagt der Vorsitzende des Jagdvereins Hubertus Eschwege, Rainer Stelzner, gegenüber unserer Zeitung. Für ihn und seine Jägerkollegen sei das vor allem mit Problemen verbunden.

„Die Tiere haben immer öfter die Staupe-Krankheit“, sagt Stelzner. In diesem Jahr habe man allein rund um Eschwege zehn Waschbären gefunden, die sich mit dem Virus infiziert hätten und die deshalb erschossen werden mussten, „da die Krankheit die Tiere leiden lässt und tödlich ist“, erklärt der Jäger. Was ihm noch mehr Sorge bereite: Dass sich weitere Tiere mit dem gefährlichen Virus anstecken, die auf die Waschbären im Wald treffen. „Wenn zum Beispiel ein nicht geimpfter Hund auf einen infizierten Waschbären trifft und diesen angreift, wird er unweigerlich sterben.“ 

Gleiches gelte zum Beispiel für Füchse oder Luchse, die vom Aas eines verendeten Tieres fressen. „Ich rate deshalb dringend, dass jeder Hundebesitzer seinen Hund impfen lässt, wenn dieser im Revier rumläuft“, betont Stelzner. Die Waschbär-Population sowohl im Kreis als auch in Hessen beschäftigt nicht nur die Jäger. So hat der Landtagsabgeordnete Lothar Quanz zusammen mit seinem Kollegen Heinz Lotz eine kleine Anfrage an das Umweltministerium gestellt, um Auskünfte zu Schäden zu bekommen, die von Waschbären verursacht werden. „Die Antwort war jedoch unbefriedigend, da zum Beispiel nicht mitgeteilt wurde, wie man das Anwachsen der Population begrenzen kann“, sagt Quanz. 

Zwar seien die für die Jagd freigegeben, aber nur mit Einschränkungen. „Von Anfang März bis August gibt es ein Jagdverbot“, sagt Stelzner, „das ist uns unbegreiflich.“ Denn von selbst reguliere sich die Zahl der Waschbären nicht: „Die haben keine natürlichen Feinde und können sich so ungestört vermehren.“

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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