Wie vor 25 Jahren: Trabbis erobern die Stadt

Nostalgisch: Tobias Kühler (links), Stadtverbandsvorsitzender CDU aus Mühlhausen, kam im Trabbi nach Eschwege und brachte alte Schätze mit. Zusammen mit Bürgermeister Alexander Heppe präsentiert er eine Werra-Rundschau aus dem November 1989. Foto: Berg

Eschwege. Es war wie vor 25 Jahren. Die Straßen waren gesäumt von Neugierigen, die Ost-Wagen zogen die Blicke auf sich und die Besucher winkten den Fahrern mit einem breiten Lächeln im Gesicht zu. Knatternde Motoren und der unverkennbare Geruch vom Öl-Benzin-Gemisch lagen am Samstagvormittag in der Luft der Eschweger Innenstadt. Auch das war wie im November 1989. Richtiges Ostalgie-Feeling kam auf dem Eschweger Marktplatz auf, als die Trabbis durch die Straßen rollten, um schließlich vor dem Rathaus zu parken.

„Wir wollen das Gefühl von damals wecken, als die Trabbis in unsere Stadt kamen und sich damit so viel veränderte“, erklärte Angelika Knapp-Lohkemper, Vorsitzende des CDU-Stadtverbands. Die Trabbis, Ladas und Wartburgs kamen von den Trabbiclubs aus Mühlhausen und Kassel nach Eschwege.

„Wir wollen das Gefühl von damals wecken, als die Trabbis in unsere Stadt kamen und sich damit so viel veränderte.“

Angelika Knapp- Lohkemper

„Die Menschen haben damals nachts in den Autos geschlafen und sie wussten nicht, ob sie wieder in ihre Heimat zurück konnten, hier in Eschwege haben sie in Turnhallen und Gemeindehäusern eine Unterkunft gefunden“, erinnerte sich Bürgermeister Alexander Heppe. „Die Eschweger haben dies nicht vergessen, dieses Ereignis hat Eschwege und die Region verändert, wie sind vom Rand in die Mitte gerutscht“, so der Bürgermeister weiter.

Auch Landtagsabgeordneter Dirk Landau freute sich über das 25-jährige Mauerfall-Jubiläum und verteilte unter den Besuchern Pfeffi, echten Ost-Schnaps, zum Anstoßen. Die Besucher bestaunten die Fahrzeuge und vor allem die Jüngsten waren sehr begeistert von den Ost-Oldtimern.

Tobias Kühler, Stadtverbandsvorsitzender des CDU-Verbands aus Mühlhausen, kam ebenfalls im Trabbi nach Eschwege und brachte einige alte Schätze mit, darunter seinen DDR-Pass mit dem Stempel vom 11. November 1989, als er sich in Herleshausen sein Begrüßungsgeld abholte, und einen Stapel alter Zeitungen als Zeitdokumente, darunter auch die Werra-Rundschau. „In der Nacht des Mauerfalls war ich damals auch in Eschwege“, erzählte Kühler.

Trabbicorso in Eschwege

Umrahmt wurde das Trabbi-Spektakel mit der passenden Musik, so erklang „Wind of Change“ und die deutsche Nationalhymne wurde gemeinsam gesungen.

Von Sonja Berg

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