Trotz guter Konjunktur bricht Gewerbesteuer ein

Werra-Meißner. In der gesamten Republik steigen die Gewerbesteuereinnahmen. Der Werra-Meißner-Kreis hinkt hinterher. Zwei Kommunen bilden die Ausnahme.

Trotz robuster Konjunktur und entgegen dem bundesweiten Trend, nach dem die Gewerbesteuern in diesem Jahr so reichlich sprudeln wie nie, bleiben die Einnahmen in vielen Kommunen des Werra-Meißner-Kreises hinter den Erwartungen zurück. Lediglich Sontra und Wanfried rechnen unter den großen Gewerbesteuereinnehmern des Kreises in diesem Jahr noch mit einem Plus. Eschwege, Witzenhausen und Hessisch Lichtenau müssen zum Teil deutliche Abstriche gegenüber ihren Erwartungen zu Jahresbeginn machen.

Insgesamt erwarten die deutschen Kommunen, das Rekordergebnis aus dem Jahr 2012, in dem 42,3 Milliarden Euro in die Kassen der Städte und Gemeinden flossen, in diesem Jahr noch einmal zu toppen.

Die Gründe, die die Bürgermeister und Kämmerer für die gegenläufige Entwicklung im Werra-Meißner-Kreis nennen, sind sehr unterschiedlich. So sind nach Angaben von Eschweges Finanzstadtrat Reiner Brill die Abgaben eines großen Gewerbesteuerzahlers drastisch eingebrochen.

„Wir verfehlen unsere geplanten Einnahmen von 5,8 Millionen Euro um 100 000 Euro“, sagt Brill. Im Jahr zuvor hatte die Kreisstadt noch 6,5 Millionen Euro erzielt - eine Million Euro mehr als geplant und nach Einschätzung Brills ein „Ausreißer nach oben“.

An der wirtschaftlichen Lage im Kreis könne die Abwärtsbewegung bei der Gewerbesteuer nicht liegen, sagt Ulrich Siebald, Pressesprecher der Sparkasse Werra-Meißner. „Die Konjunktur ist stabil, wenn auch im Kreis ohne dynamischen Aufwärtstrend“, sagt er. Insofern sei bei den Gewerbesteuereinnahmen ein vergleichbarer Stand wie im Vorjahr zu erwarten gewesen. Als eine mögliche Erklärung führt er an, dass die wirtschaftliche Entwicklung - ob Aufschwung oder Krise - im Landkreis immer etwas gedämpfter als im Rest der Republik und zeitlich versetzt verlaufe.

Von Dieter Salzmann

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