„Unser Set basiert auf Hits, Hits, Hits“

Open-Flair-Headliner Fanta Vier: Thomas D im Interview

Seit über 27 Jahren gemeinsam auf der Bühne. Michi Beck (von links), Thomas D und Smudo. Foto: nh

Seit 27 Jahren prägen Die Fantastischen Vier die deutsche Musikszene und gehören zu den besten deutschen Livebands. Heute sind sie bereits zum fünften Mal auf dem Open-Flair-Festival zu Gast. Wir haben Thomas D über das Festival, eine neue Fanta-Vier-Platte und seine Festival-Gewohnheiten befragt.

Ihr spielt dieses Jahr nur wenig Festivals oder Konzerte. Wie verbringt Ihr Euren Sommer? 

Ich genieße meinen Sommer gerne zuhause in der Eifel, Michi verbringt viel Zeit auf Ibiza, Smudo ist in Hamburg und Andy in Stuttgart. Darüber hinaus bereiten wir gerade unsere Wintertour vor. Es pendelt so zwischen Bandarbeit und Familie und dazwischen versuchen wir den Sommer zu genießen.

Ihr habt bereits 1995 zum ersten Mal auf dem Open Flair gespielt und wart seitdem sehr oft zu Gast. Was macht das Festival für euch besonders oder ist es für euch nur eines unter vielen?

Das Open Flair ist tatsächlich ein besonderes Festival, es ist über die Jahre gewachsen und hat als sehr kleines Festival angefangen. Das persönliche Engagement und die vielen freiwilligen Helfer bleiben einem sehr gut im Kopf und dieser Spirit, der das ganze umgibt. Da merkt man, dass den Leuten, die das machen, ihr Festival am Herzen liegt. Man merkt die familiäre Atmosphäre sofort, wenn man auf den Platz kommt.

Ihr habt ein neues Bandmitglied, Eskei83. 

Das ist niemand geringeres als der DJ-Weltmeister von vor zwei Jahren, der ist richtig verrückt an den Plattenspielern. Wir haben ihn jetzt als festes Bandmitglied dabei, um unseren Live-Shows wieder einen richtigen Old-School-Anstrich zu verleihen. Unser Konzert ist ja eh eine Zeitreise und so können wir auch ein Stück zu unseren Anfängen zurückkehren, nur das Michi Beck nicht mehr an den Plattenspielern steht und nur noch rappt. Und Eskei83 ist ein klein wenig besser als Michi Beck damals. (lacht)

Was können die Besucher von eurer Show auf dem Open Flair heute Abend erwarten? 

Erstmal haben wir eine komplett neue Bühne dabei, wir bauen unsere komplett eigene Kulisse auf. Ansonsten basiert unser Set auf Hits, Hits, Hits. Wir spielen nicht nur unsere Kracher, sondern folgen auch unserem Leitspruch „Entertain and educate“, wir wollen den Leuten auch was Anspruchsvolleres geben und sie damit dann endgültig aus der Reserve locken. Es wird abgehen von vorne bis hinten, für was die Fantas eben stehen.

Wirst Du Dir an dem Tag noch andere Bands anschauen? Es spielen ja unter anderem auch Von Brücken, die ihr Album in Deinem Studio auf dem MARS aufgenommen haben.

Wenn ich die Zeit habe, werde ich mir ganz sicher Von Brücken anschauen, das sollte auch jeder andere tun. Man schaut schon mal gerne von der Seite der Bühne bei anderen Künstlern zu. Die meiste Zeit bereiten wir uns aber auf unseren eigenen Auftritt vor und vor der Bühne stehen ist ja auch immer sehr anstrengend, deshalb Respekt an alle, die das immer machen. Wir müssen uns auf das konzentrieren, was da dann gleich für uns auf der Bühne passiert. Nach dem Konzert haben wir mehr Spaß, weil die Anspannung dann weg ist.

Verbringt Ihr die Stunden vor Eurem Auftritt dann lieber im Hotel? 

Nee, Hotel nicht. Wir haben ja meistens ein superleckeres Catering, auch vegan, und ich bin lieber Backstage und häng da rum und schnupper diese Atmosphäre, als das ich in einem blöden Hotelzimmer sitze. Der Michi schätzt Hotels dagegen sehr, aber ich sage ja schon in „Ernten was wir säen“ „so sweet die Suiten auch sind, du bist und bist nicht daheim“. Das ist nicht mein Style, ich bin gern im Bus und auf dem Festival, aber halt nicht da, wo es super laut ist mitten unter den Leuten, sondern ein bisschen weiter hinten in entspannter Atmosphäre mit ein paar Kollegen.

Gibt es schon Planungen, wann man mit einem neuen Album von Euch rechnen kann? 

Wir arbeiten tatsächlich schon an Titeln, das wird aber jetzt kein Album bis Ende des Jahres. Nächstes Jahr ist wahrscheinlicher, es könnte aber auch übernächstes Jahr werden. Es reden auch schon alle wieder vom 30-jährigem Jubiläum, was mir persönlich Angst macht.

Ihr habt halt einfach mit dem 20-jährigen Heimspiel auf dem Cannstatter Wasen in Stuttgart ziemlich vorgelegt, deshalb werden alle zum 30-Jährigen auch etwas erwarten. 

Ja natürlich, man muss ja auch feiern! Wir denken ja gerade „was, war doch erst 25-Jähriges“, aber ich glaube die Leute da draußen freuen sich auf ‘ne große Jubiläumsshow. Wir diskutieren gerade, was wir da machen wollen und es wäre eigentlich Pflicht, davor noch eine Platte zu machen. 2019 das Jubiläum, Ende 2017 oder 2018 dann vielleicht die Platte, dann feiert man ja schon in das Jubiläum rein. Mir ist es scheißegal, ich will auf jeden Fall Songs machen und das wollen die anderen drei auch. Es ist aufgrund unserer Lebenssituation und den Alben, die wir schon gemacht haben, nicht einfach. Da muss man sich jedes Mal fragen, was kann man den Leuten noch mitgeben, was man nicht schon mal gesagt hat. Was liegt einem am Herzen, welche Themen will man behandeln. Diese Fragen stellen wir uns gerade und die können wir dann hoffentlich bald beantworten. So lange wir live spielen, werden wir auch immer neue Songs machen.

Verfolgst du eigentlich The Voice of Germany? 

Ich gucke kein Fernsehen, ich höre mir aber an, was die anderen so erzählen. Gerade waren ja die Blind-Auditions und da kommen die Jungs total fertig aus dem täglichen Talenthören und Aufzeichnungen raus. Ich höre mir dann die Geschichten an und bin einerseits froh, dass ich den Job nicht machen muss, und andererseits stolz, dass meine Herren das so gut machen und hoffe natürlich genauso auf den Hattrick. Michi und Smudo machen das spitze und ich freue mich so auch ein bisschen, dabei sein zu können.

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