Im Schulamtsbezirk werden vier Intensivklassen eingerichtet

Unterrichts-Puffer für Flüchtlingskinder

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Werra-Meißner. Auch die Schulen sind zunehmend von der steigenden Zahl der Flüchtlinge betroffen. Zu Schuljahresbeginn am kommenden Montag werden im Kreis Hersfeld-Rotenburg 204 und im Werra-Meißner-Kreis 112 Flüchtlingskinder in den Schulen erwartet.

Das wurde am Freitag bei einer Pressekonferenz des Staatlichen Schulamtes in Bebra bekannt. Schulamtsleiterin Anita Hofmann und ihr Stellvertreter Gerhard Finke wissen, dass diese Zahlen wöchentlich steigen können. Deshalb wurde erstmals die Stundenzuweisung noch nicht zu Schuljahresbeginn ausgereizt, sondern ein Puffer (0,25 Prozent) zurückgehalten, der bei Bedarf für Sprachförderung freigegeben wird.

An der Gesamtschule Geistal in Bad Hersfeld und an der Anne-Frank-Schule in Eschwege werden jeweils zwei Intensivklassen eingerichtet, in denen die Flüchtlingskinder alters- und nationenübergreifend in Deutsch unterrichtet werden. Die notwendigen Lehrerstellen seien direkt von Wiesbaden aus zugewiesen worden. An anderen Schulen werden Intensivkurse angeboten, das heißt die Kinder werden zur speziellen Sprachförderung stundenweise aus ihren Stammklassen herausgenommen und entsprechend unterrichtet.

Bevorzugt werden Lehrer eingesetzt, die Deutsch als Zweitsprache als Fach haben und über entsprechende didaktische Kenntnisse verfügen. Auch gebe es Lehrer, die sich thematisch eingearbeitet hätten, erklärte Anita Hofmann. Eine gesonderte Förderung für Flüchtlingskinder ist jeweils für zwei Jahre möglich. „Längst überfällig“ nennt Finke die Neuordnung, nach der auch an den Beruflichen Schulen in Bad Hersfeld sowie in Witzenhausen und Eschwege Intensivklassen für jugendliche Flüchtlinge eingerichtet werden. Sie erhalten Sprachunterricht und „sprachsensiblen“ Fachunterricht.

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