Erlaubnis läuft aus: Grundwasser-Prognosemodell nicht fertig

Versenkung: K+S hofft auf Übergangslösung

Kassel/Wiesbaden. Gerüchte im Kalirevier an der Werra kursieren seit Wochen: Die Verlängerung der Versenkerlaubnis über Ende November hinaus bis 2021, die Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne), 2014 mit K+S vereinbart hat, wackelt.

Die geltende Erlaubnis für den Kasseler Konzern läuft am Montag aus. Im Revier wurde vor Einschränkungen für die Kaliproduktion gewarnt. Gestern wurde bekannt: Eine neue Erlaubnis vom RP Kassel wird zwar nicht rechtzeitig fertig. Es könnte aber eine Übergangslösung geben, die Produktionseinschränkungen vermeiden helfen soll. Obleute der Fraktionen im Hessischen Landtag wurden vertraulich über Details informiert. Neben Genehmigungsproblemen gibt es bekanntlich auch strafrechtliche Ermittlungen im Zusammenhang mit alten und laufenden Versenkerlaubnissen in Hessen und Thüringen.

Der RP wollte sich gestern nicht äußern, K+S tat es am Abend: Die Kasseler Behörde brauche mehr Zeit und prüfe deshalb eine Übergangsgenehmigung für das Unternehmen, sagte K+S-Sprecher Ulrich Göbel.

Ohne diesen Übergang bliebe für flüssige Abfälle aus den Kaliwerken und von den Abraumhalden nur der Weg direkt in die Werra. Der ist in den Mengen aber an die Wasserführung im Fluss gebunden. Starker Regen und voller Fluss bedeuten: viel Abwasserentsorgung möglich. Bei langer Trockenheit wird es eng. Und ohne Versenkerlaubnis eben noch enger. Notfalls müsse die Produktion gedrosselt werden, hieß es von K+S. Dass der RP nicht entscheiden kann, hängt auch am 3D-Computer-Prognosemodell, das Salzabwasser im Buntsandstein-Untergrund verfolgbar machen soll. Das Modell war schon in der auslaufenden Versenkerlaubnis festgeschrieben, als Bringschuld von K+S bis Ende 2013.

 

Von Wolfgang Riek

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