„Da(s) sind wir“: Club Rouge überzeugt im Hochzeitshaus mit erster Ausstellung

Versteckt und vielschichtig

Ganz versunken scheint Dieter Schönberg hier in eine der Zeichnungen von Ulla Achterberg , die als Mitglied des Club Rouge derzeit mit ihren Kollegen Barbara Lieberknecht, Andrea Müller-Nadjm, Günther Köthke und Reinhard Schäfers in Eschwege ausstellt. Fotos: Salewski

Eschwege. Die Premiere ist geglückt: Fast 150 Gäste konnten die Mitglieder der Künstlervereinigung Club Rouge zur Vernissage ihrer ersten gemeinsamen Ausstellung im Eschweger Hochzeitshaus begrüßen.

Künstlerin Andrea Müller-Nadjm und Gast Stephan Rieß

Unter dem Titel „Da(s) sind wir“ zeigen Barbara Lieberknecht, Reinhard Schäfers (beide Eschwege), Andrea Müller-Nadjm (Nentershausen), Günther Köthke (Großalmerode) sowie Ulla Achterberg-Geissler (Göttingen) hier noch bis einschließlich Freitag, 24. Mai, ihre ganz unterschiedlichen, ambitionierten Werke. Gerade in dieser Vielfalt liegt für viele Besucher der besondere Reiz der Ausstellung: „Es ist unheimlich spannend, sich in den Bann dieser Bilder ziehen zu lassen“, so etwa Thomas Große.

Bevor die Gäste ihren Rundgang durch die Ausstellung antraten, hatte Günther Köthke, selbst Mitglied im Club Rouge, sie mit seinen Worten noch neugieriger auf die Bilder gemacht. So lasse Andrea Müller-Nadjm die Betrachter in geheimnisvolle Strukturen sehen, in ihren Werken leuchteten Farben in die Tiefe und Schatten spiegelten Beginn und Ende. Manchmal verbargen sie auch sichtbare Rätsel. Barbara Lieberknecht beschrieb er als eine Künstlerin, das das Glitzernde liebe, allerdings auf eine nicht glamouröse, versteckte und vielschichtige Weise. Ihre Arbeiten seien farbig, monochrom und intensiv.

Reinhard Schäfers sei ein Malergeist, der schaffensfroh Unlangweiliges gestalte und dabei sowohl Erfahrungen als auch Neues einarbeite. Ulla Achterberg-Geissler zeichne, male und ziseliere Pflanzen, Landschaften und Gegenstände in Bild-Gestecke und ermögliche so Einblicke in eine bekannte, und doch neue Flora. Zu seinen eigenen Werken, vornehmlich politisch-satirische Linoldrucke, wollte Günther Köthke hingegen nicht allzu viel sagen.

Eines aber machte er deutlich, nämlich, dass er unbedingt zu seiner Kunst steht. Das haben auch die anderen Mitglieder des Clubs Rouge, die im Austausch für ihr eigenes Schaffen profitieren wollen, mit ihm gemeinsam - das macht sie und ihre Ausstellung auch so stark und authentisch.

Der Titel „Da(s) sind wir“ und die dafür ausgewählten Bilder geraten so in mehrfacher Hinsicht zum Cliffhanger: Alle sind nun gespannt darauf, wie es im Club Rouge wohl weitergeht.

Von Melanie Salewski

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