Verwirklichung des Sternenkinder-Grabfeldes steht bevor

Sind glücklich, dass die Umsetzung des geplanten Sternenkinder-Grabfeldes auf dem Eschweger Friedhof voran geht: Mitglieder des Arbeitskreises und die größten Spender – unter anderem vom Lions Club Eschwege und dem Lions Club Eschwege Werratal. Foto:  Faust

Eschwege. Im Klinikum Werra-Meißner erleidet fast jeden Tag eine Frau eine Fehlgeburt. Damit liegt die Rate gleichauf mit der normaler Geburten. „Das wissen nur die Wenigsten", sagt die Oberärztin Gynäkologie Dr. Friederike Kloß. Noch immer seien Fehlgeburten und der Tod im Allgemeinen ein großes Tabuthema.

Um von Fehlgeburten betroffene Eltern und Familien mit ihrer Trauer nicht alleine zu lassen, hat sich im Jahr 2013 eine Arbeitsgruppe gegründet, die die Einrichtung eines Begräbnisfeldes eigens für Sternenkinder auf dem Eschweger Friedhof umsetzen möchte. Ein passender Ort ist bereits gefunden und hergerichtet. Weil die Sternenkinder aber anonym bestattet werden, halten die Mitglieder des Arbeitskreises einen zentralen Ort der Trauer für sinnvoll. Deshalb wurde Steffen Tsamaltoupis beauftragt, eine über zwei Meter hohe Skulptur zu entwerfen. Trost finden sollen Eltern ab September an einer Scherbe aus Plexiglas, die in einem Porphoryt-Stein steckt. Hierin wird die Abbildung eines Sternenkindes eingearbeitet.

Weil die Skulptur 15 000 Euro kostet und die Planer des Sternenkinder-Grabfeldes rein ehrenamtlich arbeiten, waren sie im vergangenen Jahr auf Spenden angewiesen. Die sind jetzt komplett: Größere Beiträge zugesteuert haben der Lions Club Eschwege Werratal (2000 Euro), die katholische Kirchengemeinde (1000 Euro) und die Hospizgruppe Eschwege (ebenfalls 1000 Euro). Den Großteil der Kosten und damit die Restfinan-zierung übernommen hat mit über 10000 Euro der Lions Club Eschwege.

Bedanken möchte sich der Arbeitskreis auch bei den zahlreichen Spendern aus der Bevölkerung, die kleinere Beträge aufbrachten. „Es scheint, als würde unser Vorhaben auf großes Interesse stoßen“, freut sich Klinikpfarrerin Gudrun Künemuth. Die Skulptur wird am 16. September ab 14 Uhr der Öffentlichkeit präsentiert.

Was Sternenkinder sind 

Offiziell sind Kinder, die tot- oder fehlgeboren werden, Sternenkinder, wenn sie bei der Geburt weniger als 500 Gramm wiegen. Der Begriff wird von den betroffenen Eltern aber auch für Kinder verwendet, die vor, während oder nach der Geburt sterben und mehr als 500 Gramm wiegen.

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