Werra-Meißner-Kreis investiert 125 000 Euro in moderne Holzschnitzelheizung

Wärme aus Holzresten

Holzschnitzel für Wärme: Andreas Blase (von links)von der Abfallwirtschaft Werra-Meißner, Umweltberaterin Gabriele Maxisch, Installateur Christoph Bergner und Vize-Landrat Dr. Rainer Wallmann vor der neuen Holzschnitzelheizung in Weidenhausen. Foto: Rissmann

Weidenhausen. Frieren mussten die Mitarbeiter der Abfallwirtschaft des Werra-Meißner-Kreises im Gebäude an der Deponie Weidenhausen nie, aber nun können sie die Wärme ganz ohne schlechtes Gewissen genießen. Ende November wurde die ausgediente Heizölanlage gegen eine moderne Holzschnitzelheizung ausgetauscht. Nun ist der Testbetrieb erfolgreich beendet worden.

Das gute Stück steht in einem Container auf dem Hof und versorgt das komplette Betriebsgebäude mit umweltfreundlicher Wärme. „Holz ist ein CO2-neutraler Brennstoff, weil die Verbrennung und das Nachwachsen von Pflanzen einen Kreislauf darstellen, der die CO2-Menge in der Luft nicht verändert“, erklärt der erste Kreisbeigeordnete und Umweltdezernent des Kreises, Dr. Rainer Wallmann. Immerhin, die alte Heizung hat 24 0000 Liter Heizöl im Jahr verbraucht und dabei etwa 60 Tonnen CO2 ausgestoßen.

Besonders gut findet Wallmann, dass damit die regionale Wertschöpfung bestens gefördert werde: „Die Anlage hat die Abteröder Firma Bergner aufgebaut, die auch die Wartung übernimmt, und die Rohstoffe kommen aus der Region.“ Seit einem Jahr gibt es neben der Deponie ein 5000 Quadratmeter großes Versuchsfeld in Kooperation mit der Uni Göttingen mit schnell wachsenden Pappeln und Weiden. Zudem fördert der Kreis die Aufbereitung und Verwertung holziger Biomasse. Die Anlage an der Deponie ist nicht die erste dieser Art im Kreisgebiet, auch einige Schulstandorte sind bereits damit ausgestattet, sagt Wallmann. Er könne sich gut vorstellen, dass sich künftig Privatleute zusammenschließen und mit mehreren Häusern eine Holzschnitzelheizung teilen.

„Mit solch einer Anlage wird die regionale Wirtschaft gefördert und gleichzeitig die Umwelt geschont“, fasst Gabriele Maxisch, Umweltberaterin des Kreises, die Vorteile kurz und knapp zusammen. Damit rechtfertigt sich auch der hohe Anschaffungspreis: Immerhin kostet die Anlage rund 125 000 Euro und ist damit fast 100 000 Euro teurer als eine Heizöl-Heizung. „Doch der Brennstoff Holz ist so viel günstiger, dass die Mehrkosten in etwa 15 Jahren wieder reingeholt sind“, erklärt Andreas Blase von der Abfallwirtschaft Werra-Meißner. Und ab dann wird richtig gespart - nämlich Geld und CO2.

Von Diana Rissmann

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