Waldbrandgefahr wächst im Werra-Meißner-Kreis

Werra-Meißner. Auf Grund der anhaltenden sehr sommerlichen Witterung und der relativ geringen Niederschläge, appellieren die Feuerwehren des Werra-Meißner-Kreises zu Umsicht beim Grillen und bei Aufenthalten in Waldbereichen.

"Immer wieder sind Unachtsamkeit oder Leichtsinn Ursachen für Flächen- oder Waldbrände", heißt es in einer Mitteilung der Feuerwehren. Die Brandstellen befinden sich überwiegend in schwer zugänglichem Gelände. Hier sind dann genaue Ortsangaben enorm wichtig um einer raschen Brandausbreitung effektiv entgegen zu wirken. Hilfreich sind die im Naturpark Meißner-Kaufunger Wald eingeführten Rettungspunkte. Diese befinden sich meist an Zufahrten in die Waldgebiete.

Ist ein Brand erst einmal ausgelöst, können zusätzliche Faktoren den weiteren Verlauf des Feuers verstärken. Das wohl wichtigste und gefährlichste natürliche Element ist der Wind. Er versorgt das Feuer mit zusätzlichem Sauerstoff und treibt die Flammen vor sich her. Lokale Winde können die Ausbreitung eines Waldbrandes weiter beschleunigen. Die dabei entstehenden Wirbel und Turbulenzen reißen die Glut in die Luft oder heizen das Feuer wie mit einem Blasebalg an. Außerdem erzeugen sogenannte Feuerwalzen ihr eigenes Windsystem, das den Brand lange Zeit in Gang hält.

Aber auch in der Vegetation selbst verbergen sich "anfachende" Substanzen. Die harz- und ölreichen Kiefern besitzen zum Beispiel solche "Brandbeschleuniger". Sie sorgen zudem für Brennmaterial im Baumbestand und am Waldboden, indem sie ihre Rinde abwerfen.

Ein Einsatz bei großer Hitze stellt für die Feuerwehrfrauen und -männer eine enorme Belastung dar. Unter der schweren Brandschutzkleidung kann es zu einem Hitzestau kommen. Hinzu kommt körperlich schwere Arbeit. Daher bittet die Feuerwehr, Grillfeste und Lagerfeuer bei entsprechender Gefahrenlage in den heimischen Garten zu verlegen oder ganz zu vermeiden. (stk)

Die wichtigsten Verhaltensregeln

- Striktes Rauchverbot im Wald und waldnahen Wiesen in den Sommermonaten (März bis Oktober).

- Keinen Müll im/am Wald hinterlassen (eine Bierflasche oder Glasscherbe zum Beispiel wirkt wie ein Brennglas).

- Keine brennenden Zigarettenreste fortwerfen.

- Grillen ist nur an den dafür vorgesehenen Plätzen im Wald zulässig. Es kann auch vorkommen, dass ausgewiesene Grillplätze wegen Waldbrandgefahr gesperrt werden.

- Katalysator-Fahrzeuge sollten keinesfalls über trockene Wiesen oder Waldböden fahren oder dort abgestellt werden, da der Kat sehr heiß wird und Stroh, trockenes Gras sowie Reisig entzünden kann. Mal abgesehen von der brennenden Vegetation ist in vielen Fällen auch das Auto selbst betroffen und brennt aus.

- Zufahrtswege in die Wälder unbedingt frei halten, damit Löschfahrzeuge schnell und ungehindert einfahren können. Häufig sind Parkplätze bei Badeseen und Waldrastplätzen rar. Aber bei einem Brandeinsatz zählt jede Minute für die Feuerwehr.

- Rauchentwicklung oder Wald- und Flächenbrände sofort über Telefon 112 melden. Wichtig: Auch kleinere Feuer melden, da durch Funkenflug/ Ausbreitung sehr schnell ein ausgewachsener Waldbrand entstehen kann.

Neben den üblichen Inhalten eines Notrufes sind bei einer Waldbrandmeldung noch folgende Informationen für die Feuerwehren hilfreich:

-Genaue Angabe des Brandortes (gängige Geländebezeichnungen, markante Naturformationen)

-Günstige Zufahrt zum Brandort angeben, Rettungskräfte nach Möglichkeit einweisen. Da bei einem Waldbrand auch größere Tanklöschfahrzeuge zum Einsatz kommen können, muss ein Weg Lkw-tauglich sein.

Tipp: Als Anfahrtshilfen dienen zum Beispiel auch die im Naturpark Meißner Kaufunger Wald aufgestellten Rettungspunkt-Beschilderungen. Ausmaß des Brandes.

In Deutschland wird die Gefahr eines Waldbrandes nach einem je nach Bundesland vier- oder fünfstufigen Waldbrandindex ermittelt. Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach (DWD) unterhält eine Karte der Bundesrepublik, auf der die aktuellen Gefahrenlagen farblich dargestellt werden.

www.dwd.de

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