Jäger fordern finanzielle Unterstützung

Werra-Meißner: Waschbären bereiten Probleme

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Breiten sich schnell aus: Die Waschbären-Population im Wera-Meißner-Kreis wächst stetig. Mittlerweile bedrohen die Tiere auch einige heimische Arten. 

Eschwege. Der Waschbär breitet sich rasant aus – auch im Werra-Meißner-Kreis hat die Population in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. 

Mit dramatischen Folgen: So sei die Population der Geburtshelferkröte am Frau-Holle-Teich auf dem Hohen Meißner massiv durch die Waschbären verkleinert worden, heißt es in einer Pressemitteilung des Jagdvereins Hubertus Kreis Eschwege. Zudem würden die Waschbären den Wanderfalken und Uhus in der Region die Brutplätze streitig machen.

Deshalb erklärte nun die EU, dass es Ziel sei, Arten wie den Waschbären zurückzudrängen. „Da der Waschbär dem Jagdgrecht unterliegt, sind Jäger kompetente Ansprechpartner, wenn es um die Reduzierung von problematischen Wildtierbeständen in der Fläche geht“, sagt der Vorsitzende des Jagdvereins Hubertus Kreis Eschwege, Rainer Stelzner. Aber um den Kleinbären zurückzudrängen, werde Geld benötigt. Daher unterstützt der Präsident des Landesjagdverbands Hessen dieses Vorhaben: „Die Jäger handeln hierbei quasi im öffentlichen Auftrag, aber öffentliche Aufträge bedürfen öffentlicher Mittel.“ Daher wird finanzielle Unterstützung für die Jäger gefordert, die zum Beispiel für Bezuschussungen für die Fangjagd genutzt werden könnte.

Nach Angaben des Kasseler Regierungspräsidiums wurden in der Saison 2015/2016 in Hessen knapp 28 000 Waschbären getötet, mehr als die Hälfte davon im Regierungsbezirk Kassel.

Streit um Schonzeit

Während der Waschbär sich unaufhaltsam ausbreitet, streiten Jäger mit Tier- und Naturschützern über die erstmals in Hessen angeordnete Schonzeit für Waschbären. Das Fang- und Abschussverbot galt von Anfang März bis Ende Juli, lief also vor wenigen Tagen aus. Auch Stelzner kritisiert diese Schonzeit: „Es ist unmöglich, den Waschbären aus Deutschland wieder zu entfernen. Wir können jedoch beeinflussen, wie schnell er sich ausbreitet, und wie stark der Einfluss auf die heimische Tierwelt ist.“ Deutlich macht der Jäger, dass dies kein Vernichtungsfeldzug gegen den Kleinbären werden solle. Waschbärmütter dürften beispielsweise unter keinen Umständen bejagt werden.

Ziel der Schonzeit sei es gewesen, den Tieren während der Aufzucht eine Phase der Ruhe zu gönnen, erklärt RP-Sprecher Michael Conrad. Zu den Auswirkungen könne noch nichts gesagt werden. Dazu müssten Ergebnisse der biologischen Begleitforschungen abgewartet werden. (dir/ej/aha)

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